Melatonin – Die Einschlafhilfe?

 

Melatonin gilt  vielen als „Wundermittel“  gegen Schlafstörungen ohne lästige Nebenwirkungen. In den USA ist synthetisches Melatonin frei erhältlich, in Deutschland fällt es unter die Rezeptpflicht. Wir gehen der Frage nach, ob das „Wundermittel“ bei Schlafstörungen hilft.

Melatonin ist eines der wichtigsten Hormone in der Chronobiologie. Es steht am Anfang einer Kette von Einschlafsignalen und dient zur Synchronisation unserer inneren Uhr. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Zirbeldrüse des Gehirns produziert wird. Am Tag liegt die Melatoninkonzentration in unserem Körper an der Nachweisgrenze, mit einsetzender Dunkelheit beginnt die Ausschüttung des Hormons, dieser Prozess erreicht gegen 03:00 in der Frühe Maximalwerte. Die nächtliche Melatoninproduktion nimmt altersbedingt ab. Wissenschaftler vermuten, dass die höhere Konzentration bei jungen Menschen die Entwicklung zirkadianer Rhythmen fördere, die geringe Konzentration im Alter hingegen für zunehmenden Schlafstörungen verantwortlich sei.

Am Zentrum für Chronobiologie der Universitätsklinik Basel, ist man der Frage nachgegangen, wie der Prozess des Einschlafens bei Menschen gesteuert wird und welcher Vorgang den stärksten Einfluss darauf hat. Im Wesentlichen bestimmen drei Faktoren das Einschlafen: Melatonin, Thermoregulation und das Schläfrigkeitsgefühl.

Die Melatoninkonzentration steigt am Abend an und die Blutgefäße in den Extremitäten erweitern sich. Die verstärkte Durchblutung von Armen und Beinen hat zur Folge, das die Extremitäten wärmer werden und gleichzeitig die Körperkerntemperatur (Kopf und Rumpf) sinkt. Während des Tages sind Rumpf und Kopf gut durchblutet, die Temperatur beträgt mindestens 37 Grad während die Temperatur in den Extremitäten deutlich niedriger ist. Das bedeutet, dass sich in der Nacht die Temperatur im ganzen Körper angleicht.

Neben der Melatoninproduktion und der Thermoregulation kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, das Gefühl der Schläferigkeit. Die Baseler Forschergruppe um Kurt Kräuti hat durch unterschiedliche Versuchsreihen herausgefunden, das durch Angleichung der Körpertemperatur zwischen Extremitäten und Rumpf, die Versuchsteilnehmer schneller einschlafen konnten.

In der Enzyklopädie der Schlafmedizin weist Barbara Griefahn darauf hin, dass die erzielte Wirkung von Melatonin keine direkten Folgen auf den Schlaf ausübe, wohl aber den Körpertemperaturausgleich fördere. Untersuchungen ergaben, das Menschen mit einer höheren Melatoninkonzentration nicht besser schliefen, als Menschen mit einer geringeren Konzentration.

In der Reihenfolge bedeute dies: mit einsetzender Dunkelheit steigt die Melatonin-konzentration im Körper, das Schläfrigkeitsgefühl nimmt zu, die Herzfrequenz gleichzeitig ab. Rund zwei Stunden vor dem Einschlafen beginnt die Erweiterung der Blutgefäße in den Extremitäten, was zur Herabsetzung der Körpertemperatur einleitet. Die Schweizer Forscher ließen Testpersonen mit nasskalten Socken ins Bett gehen, was zu einer zusätzlichen Abkühlung führte; die Testpersonen schliefen schneller ein. Viele der alten Hausmittel bewirken den Prozess der Abkühlung. Demnach ist nicht das Melatonin der Schlafbote, sondern die innere Abkühlung. Das Melatonin nicht als Schlafmittel taugt, zeigen auch Studien aus den Jahren 2004 und 2005. Demnach verkürzt Melatonon weder die Einschlafzeit, noch verringert es nächtliche Aufwachphasen.

Eine unkontrollierte Einnahme Melatonins kann zu einer Verschiebung der körpereigenen Rhythmen führen und gegenteiliges bewirken. Melatonin kann zur Synchronisation von Körperrhythmen eingesetzt werden oder zur Behebung von Jetlag Syndromen bei der Anpassung an die neue Ortszeit. Doch in allen Fällen sollte Melatonin nur in Absprache mit schlafmedizinischem Fachpersonal eingenommen werden.

Und zum Schluß  noch eine Nachricht für die Biertrinker unter den Lesern. Nach einer Studie der Universität Sevilla enthält Bier Melatonin, mit dem Alkoholgehalt steigt auch die Melatoninkonzentration. Doch auch die Weintrinker können in den zusätzlichen Genuss von Melatonin kommen, da einige Rotweintrauben in den Schalen Melatonin erhält. Doch beachten Sie bitte, dass vor dem Schlafengehen Alkohol nur in geringen Maßen genossen werden sollte.

Weitere Informationen zu Melatonin erhalten Sie hier und einen interessanten Artikel aus der Epoch Times zur Zirbeldrüse als inneres Auge.

 

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5 Gedanken zu “Melatonin – Die Einschlafhilfe?

  1. My parents lived through Nazi hell then some Communist hell and this was the way it started. They enlist useful idiots who are bought cheaply and cooperate to opress the majority and browbeat them. The Mayor and the policeman are engaged in a coaicsrnpy and should be challenged legally- if they have to pay from their pocket they will be less eager to operate outside the law. This sounds like they are training to see if it will fly elsewhere. Has naybody borugh this to the attention of Bobby Jindal and the state officials?

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