Rudolf Binding

Schlaf
Nun schläfst du hinter den großen Toren der Welt,
wandelnd in deinem ureigenen Paradies.
Auf silbernen Wiesen bleibst du bei Rehen stehn
in blauen Wüsten lagerst du zwischen den Löwen.Großäugiges  Einhorn tritt dich in Wäldern an.
Ruhvoll umrauscht dich Fittich verzauberten Schwans.
Neben den Sphinxen sitzest du gleichen Gewichts,
badest die Knöchel im Strom am Rande des Alls.

Süße Fessel des Atems allein noch hält
zart dich vom Tod zurück. – Wenn sie zerrisse,
kehrtest du niemals wieder. Wie halt ich dich?
dass du nicht nach jener Seite erwachest?

Ich kann die Rehe nicht töten auf deinen Wiesen,
die Sphinxe nicht stürzen ins Meer, den Schwan entzaubern.
Des Einhorns Auge kann ich nicht von dir wenden,
den Strom des Alls nicht bannen von deinen Knöcheln.

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