Die Auswirkung von Schichtarbeit auf die Beschäftigten

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Erkenntnisse der Chronobiologie belegen, das Körperfunktionen wie Wachsein, Schlafen oder Reaktionsvermögen durch innere Uhren gesteuert werden. Schlafforscher weisen seit langen daraufhin, das bei einer Störung der inneren Taktgeber durch Jetlag, Zeitumstellung oder Schichtarbeit die Unfallgefahr steigt.

Die Firma Siemens startet in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschafft ETEM und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung eine Untersuchung, die der Frage nachgeht, welche Auswirkung Schichtarbeit auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Betroffenen hat. Für Arbeitgeber ist die Frage interessant welche Vorteile flexible Arbeitseinsätze die sich am Chronotypen (Eule oder Lerche) der Beschäftigten orientieren, bringen.

Die Untersuchung soll dazu beitragen, einen typengerechten Einsatz der Beschäftigten zu ermöglichen um einerseits die Produktivität und anderseits die Zufriedenheit und Gesundheit der Beschäftigen zu erhöhen.

Die Auswirkungen ausgeschlafener Beschäftigter hat Prof. Karl Hecht in einer Untersuchung in einer Weberei bei Zittau in den Jahren 1965-67 nachgewiesen. Die Produktivität erhöhte sich, die Fehlerquote sank ebenso wie der Krankestand. Die ArbeiterInnen fühlten sich wohler und waren psychisch ausgeglichener.

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10 Gedanken zu “Die Auswirkung von Schichtarbeit auf die Beschäftigten

    • Hallo Apfelesserin,
      deine Frage beantworten die Links im Beitrag. Ich füge dir hier ein Zitat aus der Broschüre der gesetzlichen Unfallversicherung ein:
      „… Hier lässt sich festhalten, dass sich Schichtarbeit auf physiologische Prozesse wie z.B. Schlaf auswirkt. Die Untersuchungsergebnisse sind aber hinsichtlich der Auswirkungen auf Übergewicht,Magen-/Darm-Erkrankungen, Herz-/Kreislauf- Erkrankungen oder Krebs nicht immer eindeutig. Schichtarbeit hat auch deutliche Konsequenzen für das Sozial- und Privatleben. Als ausreichend gesichert kann gelten, dass die Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeit das Unfallrisiko beeinflussen“
      Und wenn du wissen möchtest was die Betroffenen dazu meinen, geht hier zum Schichtarbeitsforum http://www.schichtforum.de/
      Herzliche Grüße
      Georg Mühlenkamp

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      • Da ich immer wieder Anfragen zu dem Thema bekomme, folgt in Bälde ein Beitrag dazu. Ich hoffe du kommst mit den unterschiedlichen Rhythmen zurecht. Ich erinnere mich an die Zeit als Kind, wenn der Vater von der Nachtschicht zukam und wir Kinder immer ganz leise seien mußten. Oft ist er nach zu kurzer Zeit erwacht und war brummelig. Alles Gute wünscht Georg

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      • Ich denke, dass es optimales arbeiten, aufstehen und schlafen gibt, je nachdem, welcher typ mensch man ist – ob man nachteule ist oder frühaufsteher. manche wechsel finde ich schwieriger als andere. das, was du erzählst, kenne ich auch aus der kindheit. es gibt viel mehr berufe, die in schichten arbeiten, als man so gemeinhin annimmt oder mitbekommt.

        liebe grüße an dich zurück!

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    • Ich glaube das nennt man Kapitalismus. In Großbetrieben wie z.B. bei SIEMENS gibt es aber durchaus ein denken in die Richtung, dass wenn es dem Arbeiter körperlich und mental gut geht, die Fehlerquote sinkt. Unterm Strich zählt jedoch auch hier die Rendite. Es gibt Beispiele aus den USA, wo Arbeiter nach ihrem chronobiologischen Typus eingestellt werden. Es macht ja keinen Sinn einer „Eule“ zum Bäckerberuf zu raten. Leider ist unser Gesundheitssyswtem auf den kranken Menschen und nicht auf den gesunden Menschen ausgerichtet. Der Link im Text zur Unfallversicherung behandelt zu 90% die negativen Auswirkungen der Schichtarbeit. Und was kann ein Betroffener tun (außer sich einen anderen Job zu suchen)? Gesund ernähren, Schlafplatz und -gewohnheiten anpassen und sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Etwas dürftig, oder? Wie wäre es zum Beispiel damit in der Belegschaft zu schauen, wer gerne nachts arbeiten möchte und wer lieber am Tage arbeiten will. Das gab es mal vor Jahren in einem Berliner Krankenhaus.
      Ich stimme dir zu: wir träumen von einer besseren Welt.
      Herzliche Grüße aus dem frostigen Berlin
      Georg

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      • ja, lieber Georg, das nennt man Kapitalismus 😦 – dein Ansatz gefällt mir natürlich, gerade weil ich ja eher zu den Eulen gehöre 😉 was habe ich es gehasst, als ich früher, als die Kids noch klein waren, immer schon um 6h raus musste, um dann selbst pünktlich um 8h im Laden zu stehen. De Kids waren dann auf den Weg gebracht und wir hatten ein gemeinsames Frühstück, das war mir dann eben doch wichtig.
        Heutzutage fange ich selten vor 9.30h an und genau das ist wirklich gut, ich habe meine zwei bis zweieinhalb Stunden am Morgen für mich, um in den Tag zu kommen und bin dann wirklich fit und offen für alles was dann kommt.

        Frostig ist es in der Nacht hier auch, aber am Tag scheint die Sonne Zurzeit herrlich warm, hach …
        herzlichst Frau Blau

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  1. Ich kann es nur bestätigen. Ich arbeite 3 Schichten. Die Frühschicht schafft mich restloss. Der bloße Gedanke um 4:15 aufstehen zu müssen stresst mich, ich werde nicht genug Schlaf bekommen. Die Nachschicht mache ich jedoch sehr gerne, obwohl ich unterm Strich viel weniger schlafe.

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    • Liebe Dina, gibt es keine Möglichkeit sich mit Kollegen zu arrangieren und die Schichten einzuteilen? Der Gedanke um 4:15 aufzustehen würde mich auch stressen und ich wäre am Tag „ungeniessbar „. Die Deutsche Unfallversicherung hat einige Empfehlungen für Betroffene zusammengeasst:
      Schichtarbeiter sollten sich präventiv verhalten und sich physisch und psychisch fit halten. Hierzu gehört:
      ∙ sich mit den Problemen der Schichtarbeit auseinandersetzen
      ∙ an arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen
      ∙ gesunde Ernährung
      ∙ angepasstes Schlafverhalten
      ∙ angepasste Schlafumgebung
      ∙ soziale Kontakte aufrecht erhalten
      ∙ Sport

      Unbestritten ist jedoch der hohe gesundheitliche Preis den Schichtarbeit fordert.
      Dir alles Gute und herzliche Grüße

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