Arno Schmidt

„Schlafbücher müsste es geben: von zähflüssigstem Stil, mit schwer zu kauenden Worten, fingerlangen, die sich am Ende in unverständliche Silbenkriegel aufdrieseln; Konsonantenarreteien (oder höchstens mal ein dunkler Vokal auf ‚u‘): Bücher gegen Gedanken.“

© Jens Rusch

Arno Schmidt (1914-1979) war ein deutscher Autor und wurde u.A. mit dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.

„Innerhalb der Literaturwissenschaft ist Arno Schmidts hoher Rang innerhalb der Riege der deutschen Nachkriegsautoren relativ unbestritten. Innerhalb der nichtwissenschaftlichen Leserschaft ist dagegen eine eigenartige Spaltung erkennbar: die große Mehrheit der literarisch Interessierten kennt Schmidt entweder nicht oder lehnt ihn als „verschroben“ oder „zu avantgardistisch“ ab, während eine eingeschworene Gemeinde von Fans Schmidt zu ihrem Kultautor erhoben hat. Innerhalb der Fangemeinde hat sich zudem eine Schmidt-Philologie entwickelt, die mit fast religiöser Hingabe die stellenweise kryptischen Texte Schmidts zu „entschlüsseln“ sucht – mit einem aus wissenschaftlicher Sicht zum Teil zweifelhaften Ergebnis. Alles in allem eine paradoxe Situation, in der jeder, der sich als A.S.-Leser zu erkennen gibt, entweder auf Unkenntnis oder Unverständnis stößt und – soweit Schmidt überhaupt bekannt ist – sofort als Mitglied einer als esoterisch wahrgenommenen Fangemeinde identifiziert wird. Es scheint unmöglich, Schmidt ebenso zu lesen wie andere Autoren dieser Epoche; nach dem Motto ganz oder gar nicht wird entweder Gegnerschaft oder Hingabe erwartet.“ Peer Schaefer, Betreiber der Webseite: Arno Schmidt – der Wortweltenerbauer & Wortmetz aus Bargfeld.

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3 Gedanken zu “Arno Schmidt

  1. Zettels Traum, ein Buch, das zwar nahezu unmöglich zu lesen ist, aber in Fragmenten doch wunderbar, wie ich bei meinem Bruder feststellen durfte, der es besitzt. Aber viel mehr kann ich nicht zu ihm sagen, gehöre also weder zu den einen, noch zu den anderen 😉

    liebe Grüße nach Berlin vom heute etwas grauen Berg
    Frau Blau

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  2. Also für meinen Geschmack ist Arno Schmidt viel zu verschroben, aber nicht witzig, leserlich verschroben wie Joyce im „Ulysses“, sondern esoterisch im Sinne von abgeschottet und egozentrisch. „Zettels Traum“ ist kein Buch für mich, noch halte ich es für lesbar. Huch, ja ich bekenne: Ich stehe auf der anderen Seite als Literaturwissenschaftler, der Schmidt einfach nervig und ehrlich gesagt ein Zumutung findet, dass er seine prä-literarischen Notizen meinte veröffentlichen zu müssen.
    Aber ich finde es dennoch wichtig, Schmidt zur Kenntnis zu nehmen, da er zweifelsohne einige Anhänger hat und in diesem Sinne, lieber Georg, vielen Dank auf Schmidt aufmerksam gemacht zu haben.
    Mit lieben Grüßen aus dem literarisch aufregenden Dublin, wo Dina und ich auf den Spuren von Joyce, Wilde und Beckett wandeln, in Bibliotheken stöbern und natürlich „Literary Pub Crawls“ unternehmen
    Klausbernd

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