Die Walpurgisnacht

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist nicht zum  Schlafen da, denn die Walpurgisnacht ist bekannt für den Tanz in den Mai. Woher stammt dieses Ritual?

390px-Walpurgishalle_ThaleDie Wurzeln der Walpurgisfeier liegen in vorchristlicher Zeit und gehen auf germanische Ursprünge zurück. Die Ureinwohner des Harzes feierten an diesem Tag ein mit diversen Opfern einhergehendes Frühlingsfest als Freude über das Ende des Winters sowie Wotans Hochzeit. Im Rahmen der Christianisierung wurden Namen und Inhalt des  heidnischen Spektakels der neuen Zeit angepasst

Walpurga oder Walpurgis (710-779) war eine in Süddeutschland tätige Missionarin, englischer Abstammung. Sie leitete das von ihrem Bruder Wunibald gegründeten Männerkloster in Heidenheim und zusätzlich ein Frauenkloster. Angeblich bewirkte Walpurga mehrere Wunder und Krankenheilungen. Erst ihre Heiligsprechung 870 durch Papst Hadrian II. an einem 1. Mai, stellte die Verbindung zur heutigen Walpurgisnacht her, denn durch zahlreiche Wundertaten welche Walburga zugeschrieben wurden, gilt sie bis heute als Schutzpatronin der Seefahrt, gegen böse Geister, Krankheiten und Seuchen, Tollwut, Hungersnot und Missernte, sowie als Patronin der Kranken, der Wöchnerinnen und der Bauern. Im ausgehenden Mittelalter, das durch Seuchen und Hungerepedemien gekennzeichnet war, erlangte der Walpurga-Kult einen Höhepunkt. Reliquien, und Wallfahrtstätten der Heiligen finden sich in Deutschland, Belgien und Nordfrankreich. Seit 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein in Eichstätt alljährlich von Oktober bis Ende Februar eine Flüssigkeit, das sogenannte Walburgisöl, austreten. Pilger können es in Fläschchen abgefüllt im Kloster bekommen.

Walpurgishalle_Hexentanz_Hendrich

Die Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai leitet sich vom Tag ihrer Heiligsprechung ab. Viele Bräuche und Traditionen leben bis heute fort. Der Maibaum, das Symbol der Fruchtbarkeit wird aus dem Wald geholt und der Liebsten vor das Haus gestellt, oder in der Dorfmitte wird um den Maibaum getanzt. Der Gang zwischen zwei Walpurgisfeuern soll reinigen und Seuchen fernhalten. Das Mai- oder Hexenfeuer dient dazu böse Geister zu vertreiben. An vielen Stellen Europas kommen Menschen zusammen, um in dieser Nacht zu singen, zu tanzen und zu feiern.

Künstler wie Goethe, Meyrink, Storm oder Busch haben die Walpurgisnacht in ihren Werken verewigt. „Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei. So spukt mir schon durch alle Glieder die herrliche Walpurgisnacht.“ Goethe

Sesija

Bela Čikoš Sesija, Valpurgina noć, ca 1920

Besonders heftig sind die Feierlichkeiten in Berlin. Hier wird die antikapitalistische Walpurgisnacht mit viel Randale begangen. Laut Berliner Zeitung hält die Polizei in diesem Jahr 7.000 Einsatzkräfte bereit.

Ob Sie um den Maibaum tanzen, durchs Maifeuer gehen oder einfach nur eine schöne Frühlingsnacht verbringen, am Tag danach können wir den verloren Schlaf aufholen.

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3 Gedanken zu “Die Walpurgisnacht

  1. Hallo, hallo, liebe Christine, lieber Georg,
    toller Artikel mit prima Ergänzungen zu Beltane. Vielen Dank. Bei uns wird Beltane noch richtig gefeiert auf einem Hexenplatz hier in der Nähe. Habt Dank für all die Infos.
    Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Norfolk
    Klausbernd
    Dina und die fröhlichen Buchfeen lassen auch liebst grüßen.
    Wir sind heute ganz aufgeregt, statt Hexensabbat wird bei mir die Einweihung meiner neuen Küche gefeiert. Deswegen mach ich jetzt Schluss, weil ich kochen muss, ich hoffe, ohne Verdruss.

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  2. Es geht auch ohne Walpurga: im englisch- irisch-keltischen Gebrauch wird in der Nacht vom 30.April auf den ersten Mai Beltane gefeiert. Wir erschaffen in alter Tradition einen meterhohen „grünen Mann“ aus Zweigen, Pflanzen und Farnen. In der Nacht dann springen wir über das Beltanefeuer in seine Arme und wünschen uns Glück, Gesundheit und Liebe. So alljährlich in der Lüneburger Heide an den Ritualplätzen vorchristlicher Stämme…
    Einen Frohen Mai
    wünscht
    die Kräuterfee aus dem Magischen Garten

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    • Liebe Kräuterfee,
      danke für den Beltane Hinweis. Ich habe über Stefan Brönnle (http://www.inana.info/) noch folgendes zum Beltane Fest gefunden:
      In der Nacht zum 1. Mai feierten die Kelten Beltane (auch „Beltaine, Bealtaine oder Beltene“ genannt). Das Fest trägt auch den Namen Cétsamuin („der erste Sommerliche“) und bezeichnete den Sommeranfang. Im heutigen Irisch ist der Name des Monats Mai immer noch „Bealtaine“. Etymologisch lässt sich Beltane möglicherweise von „bel“ = „helles Feuer“ herleiten und hat wahrscheinlich auch eine Beziehung zum Licht- und Sonnengott Belenus (Belenos). An Beltane wurden noch bis ins letzte Jahrhundert alle Herdfeuer gelöscht, um anschließend neu entzündet zu werden. Begleitet wurden die Festlichkeiten von großen Feuern und Tänzen, die im christlichen als „Walpurgisnacht“ der „Hexen“ in die Geschichten und Sagen eingingen.Beltane ist ein Fruchtbarkeitsfest. Interessanterweise geht auch unser Monatsname Mai auf den römischen Fruchtbarkeitsgott und Beschützer des Wachstums „Maius“ zurück. Die noch heute praktizierte Wahl der Maikönigin ist wahrscheinlich eine letzte Erinnerung an die Verehrung einer Göttin, die dem Land Fruchtbarkeit schenken sollte.“
      Einen frohen Mai wünscht dir die Oberschlafmütze

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