Über das Schlafen am Strand

strand_nacht_gAusgerüstet mit Isomatte, Schlafsack, Minikocher, Trinkwasser, Wein ( natürlich!!!), Rauch- und Esswaren hatte unsere Redaktion samt Hunden die heisseste Nacht des Jahre genutzt um in einem Selbstversuch das Schlafen am Strand auszuprobieren. Als mögliche Gegend wurde die Küste östlich von Rostock ausgesucht.

Einen geeigneten Ort zu finden ist an der östlichen Seeküste schwierig, das Meer ist durch einen bewachsenen Dünengürtel vor Zudringlingen geschützt, die Zugänge sind rar und dort wo man problemlos den Strand aufsuchen konnte, residierten schon westdeutsche Rentner und ostdeutsche Kleinfamilien, alle gesittet in Strandkörben, Sonnenmuscheln oder Windschutzanlagen, ihr Territorium bewachend. Hunde am Strand? Da gab es schon die ersten unschönen Kommentare und die Blicke richteten sich auf die Expeditionsteilnehmer und -ausrüstung. Wir marschierten eine gefühlte Ewigkeit, bis wir die letzten Reste der Zivilisation hinter uns ließen. Endlich! Sonne, Strand, Meer und ein Gefühl von ungezwungener Freiheit. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang wurde es merklich kühler und Myriaden von beisswütigen Stechtieren ließ sich auf die Zwei- und Vierbeiner nieder. Ein kleines qualmendes Feuer verscheuchte die unliebsamen Flieger, dafür blies uns der wechselnde Wind den Rauch ins Gesicht. Nach der einen oder anderen Flasche Rotwein wurde dies immer unbedeutender und unsere Aufmerksamkeit richtete sich auf den klaren Nachthimmel mit seinem Sternenzelt. Die Sternschnuppen zeigten sich noch nicht – leider fiel die heißeste Nacht nicht mit dem Erscheinen der Abgesandten der Plejaden zusammen – macht nichts es waren ohnehin keine Wünsche offen.

Zu später Stunde beschlossen die Expeditionsteilnehmer mit dem Schlafexperiment zu beginnen. Das Einschlafen gestaltete sich als schwierig, denn plötzlich merkten wir dass der Untergrund sehr hart war. Auch das ständige Kläffen unseres vierbeinigen Wachschutzes erleichterte das Einschlafen nicht wirklich. Irgendwann waren wir dann tatsächlich weggedöst. Aber wie lange? Das Absterben der Arme weckte dein Einen auf, das Zucken der Beine die Nächste. Unruhig quälten wir uns von einer Seite auf die andere. Und dann war noch der Sand! Zunächst respektvoll um uns herum, begann er im Laufe der Nacht den Schlafsack zu füllen, schlich sich unbemerkt in die Kleidung und in den Mund. Zum Glück wiegte das monotone anbranden der Wellen uns immer wieder in den Schlaf.

1069361_558089974252834_1621561740_nDas sonst so gefürchtete „Morgengrauen“ , rief allgemeine Erleichterung hervor. Die Einzigen die jetzt tief und fest schliefen waren die Hunde. Mit zerschlagenen Gliedern reckten und streckten wir uns und begrüßten den neuen Tag. Ein Bad in der kühlen See und ein starker Kaffee weckten die Lebensgeister in uns und dann war sie da: die Sonne, blutrot kam sie am Horizont empor. Dieser Anblick entschädigte uns für die letzten Stunden.

Fazit: Erholsam ist eine Nacht am Strand nicht, aber ein tolles Erlebnis. Die folgende Nacht verbrachte die Redaktion in einem Gästehaus. Das Bett war nicht wirklich bequem aber im Vergleich zur Nacht zuvor ein Paradies.

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2 Gedanken zu “Über das Schlafen am Strand

  1. Da lobe ich mir doch das Schlafen im Wald. Kein Sand. Und wenn man es richtig anstellt auch keine Wurzeln, die einem in den Rücken drücken. Dafür aber das Rauschen der Bäume, das Knistern der Tiere im Unterholz. Ab und an ein Schrei. Man muss ein bissel „angstfest“ sein.

    Vielleicht braucht Ihr einfach nochmal andere Ausstattung. Das erste „in der Natur schalfen“-Unterfangen ist meist erst einmal nicht so toll, weil man die Besonderheiten des einzelnen Ortes erstmal herausfinden muss. Gegen den Sand und den schweren Untergrund würde ich Feldbetten empfehlen. Gegen die Mücken helfen auch Räucherstäbchen, die ihr üppig um Euren Schlafplatz/ Paltz des Zusammenseins drappiert.

    Herzlichst,
    Mina

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  2. Schmunzelnd haben ich deinen feinen Bericht gelesen, Georg. Auch in Norwegen haben wir diesen Monat tropische Nächte gehabt und die lieben Buchfeen und ich haben manch einen Sonnenaufgang auf einem svaberg beobachtet, ein wunderschönen Erlebnis, es entschädigt vieles. Völlig ohne Mücken, übrigens. Ich habe mal in D im Freien übernachtet. In einem Himmelbett! auf einer Wiese 🙂 Eine gute Woche wünscht aus Norwegen
    Dina

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