Great Bed of Ware

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Zeichnung von Henry Shaw, 1832

 

Um das grosse Bett von Ware (Hertfordshire, England) ranken sich viele Mythen und Legenden. Das beginnt mit der Herstellung des Bettes. Vermutlich wurde es 1463 von dem Tischler Jonas Fosbrooke für König Edward IV gebaut. Er soll  30 Jahre an dem Bett gearbeitet haben, zum Dank verlieh der König Fosbrooke eine lebenslange Pension. Im Laufe des folgenden Jahrhunderts gelangte das Bett zunächst in den Besitz Thomas Fanshawedas, Lord of Ware Manor, bevor es eine Reise durch verschieden Gasthäuser in Ware antrat. Andere Quellen berichten, das Bett sei als Touristenattraktion um 1590 entstanden, eine Zeit in der die katholischen Pilger, die früher die Gasthäuser von Ware bevölkerten, ausblieben. Die Intarsien des Bettes deuten auf eine Arbeit aus dem späten 16. Jahrhundert hin.

Die stattlichen Maße betragen 10 zu 11 Fuß oder 3,38 mal 3,26 Meter bei einem Gewicht von 641 kg. Die Bettpfosten – in denen sich über die Jahrhunderte viele „Schläfer“ verewigten – sind aus Eichenholz gefertigt und zieren Holzschnitzereien und Einlegearbeiten des holländischen Renaissance Garten-Architekten und Malers Hans Vredeman de Vries (1527–1604). An den Ornamenten lassen sich noch Reste der leuchtenden Farben, mit denen das Bett ursprünglich bestrichen war, erkennen.

Erste Erwähnung fand das Bett 1596 in den Berichten eines deutschen Reisenden, der im White Heart Inn nächtigte. Fünf Jahre später führte William Shakespeare in seinem Stück „Was ihr wollt“ (Twelfth Night, or What You Will) das Bett in die Literaturgeschichte ein.

„Go, write it in a martial hand; be curst and brief; it is no matter how witty, so it be eloquent and full of invention; taunt him with the licence of ink; if thou ‚thou’st‘ him some thrice, it shall not be amiss; and as many lies as will lie in thy sheet of paper, although the sheet were big enough for the bed of Ware in England, set ’em down; go about it. Let there be gall enough in thy ink; though thou write with a goose-pen, no matter. About it.“

Weitere Erwähnungen fand das große Bett von Ware u.a. bei Lord Byron, George Farquhar, William Makepeace Thackeray, Charles Dickens, Djuna Barnes, Loretta Chase und Sarah MacLean.

Great_Bed_of_Ware_1877

Ds Bett in Saracen’s Head. Aus: Harper’s New Monthly Magazine, Dezember 1877,

Reisende, die morgends mit blauen Flecken im oder neben dem Bett aufwachten berichteten von Poltergeistern. Das Bett war jedoch eher eine Attraktion als ein Schlafbett. Nach seiner Zeit im White Heart Inn zog es in die Gasthäuser The George, The Crown, The Bull und ins Saracen’s Head. Mit dem aufkommenden Bahntourismus um 1870, kaufte William Henry Teale das Bett als Attraktion für seinen Lustgarten Rye House, Ort der gescheiterten Rye House Verschwörung von 1683 bei der König Karl II. und sein Bruder und Thronfolger Jacob getötet werden sollten.

Bis 1931 wurde es still um das legendäre Bett, bis das Victoria & Albert Museum das Prunkstück auf einer Auktion für £ 4,000 erstand, ein lohnenswertes Objekt, zählt es zu den beliebtesten Ausstellungsstücken des Londoner Museums. Im Saal  57 lädt es heute zur Besichtigung ein. 2012 kehrte das Bett für ein Jahr den Ort seines Ursprungs nach Ware zurück.

Bed_of_Ware

Foto: V&A Collection, CC BY-SA 3.0

 

Das große Bett von Ware, das größte und bekannteste Möbelstück Englands, ist vermutlich das einzige Bett mit einer eigenen Webseite, die sie hier besuchen können.

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2 Gedanken zu “Great Bed of Ware

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