Schlafen bei Vollmond

Edvard Munch – Mondschein, 1895

Viele Menschen können bei Vollmond schlecht einschlafen oder wachen in der Nacht auf. Vollmond – schlecht einschlafen? Da muß es doch einen Zusammenhang geben. Schlafforscher haben den Schlaf in Vollmondnächten untersucht und kommen zu einer eindeutigen Antwort: Nein, die Mondphase hat keinen Einfluß auf unseren Schlaf.

Jetzt fragen Sie sich, warum Sie in solchen Nächten schlechter einschlafen können. Es liegt nicht am Mond, sondern an Ihnen. Wenn ich weiß, dass heute Vollmond ist und weiß, dass ich bei Vollmond schlecht schlafen werde, dann schlafe ich auch schlecht. Ein anderes Beispiel ist die Achtsamkeit: Wenn ich darauf achte wann Vollmond ist und wie ich schlafe und in diesem Moment schlecht schlafe, dann verknüpfe ich schlecht schlafen mit Vollmond.

Eine Ausnahme ist die Konstellation Vollmond und wolkenlose Nacht: die außergewöhnliche Helligkeit kann tatsächlich den Schlaf beeinflussen. Die Helligkeit kann die schlaffördernde Melatoninausschüttung unterbrechen. Aber das kann Ihnen auch bei hellem Straßenlicht passieren. Deshalb sollte der Schlafraum ausreichend zu verdunkeln sein.

Ein einfach zu widerlegender Mythos ist der Glaube, der Mond könne die Gezeiten beeinflussen und deshalb auch uns Menschen. Die Gezeiten werden fürwahr vom Mond beeinflusst, aber nicht durch die Mondphase sondern durch die unterschiedliche Distanz zur Erde. Die amerikanischen Wissenschaftler Kelly, Rotton und Culver haben 100 Studien über den Einfluss des Mondes untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass keine dieser Studien eine zuverlässige Verbindung zwischen dem Phänomen (Vollmond) und Verhaltensweisen aufzeigen.

Als positiven Effekt können wir lernen, dass wir durch Autosuggestion unser Schlafverhalten steuern können. Wir bestimmen durch unser Verhalten am Tag und am Abend wie wir schlafen werden. Deutschlands bekanntester Schlafforscher Jürgen Zulley hat dazu bemerkt: „Mit Schlafproblemen kann man leider nicht zum Arzt gehen, sich ein Medikament verschreiben lassen und dadurch heilen lassen. Man ist immer auch selbst gefragt, und das nicht nur in der Nacht, sondern vor allem am Tag.“

Wenn Sie unter Einschlaf- oder Durchschlafstörungen leiden, beachten Sie zuerst die Regeln zur Schlafhygiene. Ein sperriger Begriff, der zusammenfasst, was uns hilft Schlafstörungen zu vermeiden oder wieder ausreichend erholsam zu schlafen.

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