Sind Schlaf Apps sinnvoll?

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Foto: LoboStudioHamburg, Pixabay, CC0 Public Domain

Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac pflegte um 18 Uhr sein Bett aufzususchen und bis 1 Uhr zu schlafen, um anschließend ausgeruht ans Werk zu gehen. Gegen 8 Uhr morgens pflegte der Autor ein Nickerchen zu halten und dann den neuen Tag zu beginnen. In unserer heutigen, durchgeplanten Welt würde man ein solches Verhalten als Schlafstörung diagnostizieren.

Gesundheits Apps machen das Handy zum Hosentaschendoktor und Personal Trainer. Der Markt ist riesig und unüber­schaubar. Für den Gesund­heits­bereich gibt es mehr als 100.000 dieser Programme, Tendenz steigend. Es gibt sehr wenige wissenschaftliche Erkennt­nisse dazu, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringen. „Schlaf-Apps. Mehr Spielerei als Wissenschaft?“ überschreibt die Ärzte Zeitung ihren Beitrag zum Thema. Hätte de Balzac seinen Schlaf mit einer App überwachen lassen, sie würde ihm vermutlich einen Jetlag attestieren; langfristig eine Schlafstörung. Denn sein Tagesablauf passt nicht in die heutige Zeit.

„Keine einzige App sei wissenschaftlich ausreichend geprüft, die meisten überhaupt nicht“, berichtet Dr. Joachim Maurer, Leiter des schlafmedizinischen Zentrums der Universitäts-Klinik Mannheim. Keiner außer den Entwicklern weiß, welche Analysealgorithmen der Anwender verwendet. Niemand weiß, ob die App auch tatsächlich tut, was sie vorgibt zu tun.

Fest steht das eine Schlaf App nicht die Untersuchung im Schlaflabor ersetzen kann. Schlafforscher und Diplom-Psychologe Dr. Hans-Günter Weeß „Die Software für einen Messplatz im Schlaflabor kostet bis zu 20.000 Euro. Sie ist nach medizinisch-wissenschaftlichen Standards zugelassen und ich kann sagen, dass sie zwar eine automatische Auswertung anbietet, diese aber nur sehr eingeschränkt nutzbar ist. In den professionellen Programmen, die in Schlaflaboren zur Hilfe genommen werden, stecken Jahrzehnte wissenschaftliche Erfahrung und Entwicklung“. Wenn selbst dort eine automatische Auswertung nicht gelinge, dann sicherlich erst recht nicht bei Programmen, die nur ein paar Cent kosten.

Schlafforscher Dr. med. Alfred Hubert Wiater ist eindeutiger Meinung:“Das Smartphone gehört nicht ins Schlafzimmer.“ Hin und wieder könne es persönliche Ausnahmen geben.

Um Schlafdefizite aus der Nacht aufzuholen, kann es helfen, tagsüber kurz zu schlafen. Für unser Wohlbefinden zählt letztlich, wie gut der Schlaf ist. Am besten schlafen wir tief und ohne Unterbrechungen. Tipps für einen gesunden Schlaf finden Sie hier.

Quelle: RP Online, Ärzte Zeitung

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3 Gedanken zu “Sind Schlaf Apps sinnvoll?

  1. Ich finde Schlaf-Apps eher unpraktisch, besser sollte man das Handy einfach mal weglegen. Einzig sinnvoll finde ich Blaulichtfilter wie f.lux oder das Nightshift vom iPhone, mit denen man das Smartphone auch abends nutzen kann. Beste Grüße!

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  2. ich staune, dass es nun auch schon Schlaf-Apps gibt- es scheint, als würden die Menschen aber auch alles der Technik übergeben- ich schüttel den Kopf und grüsse dich heute sehr ausgeschlafen und herzlich und das ganz ohne irgendeine App- hach, manchmal ist es doch gut konservativ zu sein 😉
    Ulli

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    • Liebe Ulli. Ich greife deinen Gedanken auf und behaupte: Der Konservative schläft besser, was natürlich Quatsch ist. Vielleicht sehen wir noch nicht die (zukünftige) Notwendigkeit, sich vollständig der Technik zu übergeben. Horrorvorstellung, da will ich lieber nicht dran denken, sonst hat es mich um den Schlaf gebracht.
      Liebe Grüße aus der großen Stadt
      Die Oberschlafmütze

      Gefällt 1 Person

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