Napoleon über den Schlaf

Deutsche Karikatur aus dem Jahr 1816

Napoleon I. ist einer der berühmten Kurzschläfer der Geschichte. Angeblich sagte er:

„Vier Stunden schläft der Mann, fünf die Frau, sechs ein Idiot“

Interessant ist seine Fähigkeit rasch „abzuschalten“ und sofort einzuschlafen:

„In meinem Kopf sind die verschiedenen Affären fachweise geordnet wie in einem Schrank. Wenn ich eine unterbrechen will, so schließe ich ihr Schubfach und öffne das einer anderen. Sie geraten nie durcheinander, sie verwirren mich nicht und ermüden mich nicht durch ihre Vielfältigkeit. Will ich schlafen, so schließe ich alle Schubfächer und bin sofort eingeschlummert.“

Ein andermal vergleicht er seinen Kopf mit einem Taubenschlag:

„Um über irgendetwas zu verfügen, öffne ich das betreffende Flugloch, indem ich gleichzeitig alle übrigen schließe; wenn ich schlafen will, schließe ich sie alle.“

Infolge dieser Fähigkeit genügten ihm drei bis sechs Stunden Schlaf, sonst arbeitete er ununterbrochen. Napoleon starb im Alter von 52 Jahren an den Folgen einer Magenkrebserkrankung.

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Ferdinand Ebner

© Kalliope Amorpheus

„Man muss schlaflose Nächte haben, um etwas von dem Geheimnis der großen Stille um Mitternacht zu wissen.“

Ferdinand Ebner, (1882-1931) war ein österreischer Philopsoph.

Hans Suck

Berenice Abbott – Jean Cocteau mit Maske im Bett, 1927

„Geh nicht aufgeregt ins Bett, nicht mit vollem Magen, behalte beim Schlafen den Mund zu, die Hände auf der Bettdecke. Verlasse des Morgens nach dem Erwachen sofort das Bett.“ – Aus: Gesundheitsfibel, Wiegandt & Grieben Verlag Berlin, 1902

Georg Alfred Tienes

Schlaraffenland

Pieter Bruegels des Ältere – Das Schlaraffenland, 1567

„Je mehr Vormitternachtsschlaf, desto bessere Nerven, weil durch den Naturschlaf der unruhige und unterbrochene Schlaf tief, fest, traumlos wird. Erstes Gebot aber für den Naturschläfer ist, immer „ausgeschlafen“ zu sein! Sodann muß jedermann seine beste Schlafzeit, die optimale Schlafdosis durch Eigenversuche feststellen. Wer sich durch viele gesellschaftliche Verpflichtungen und naturwidrige Arbeitszeit mit dem Schlaf überwirft, zieht immer den kürzeren.“

Johann Georg Zimmermann – Wilhelm Busch

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„All zu vieles Schlafen macht dumm,
und all zu vieles Wachen führet zuletzt zu dem Wahnwitz.“

Ferdinand Lassalle – Es ist ein Laster zuviel zu schlafen

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Fernando Cabrera Canto – Einschläfernde Predigt (Sermó soporífer), 1932

„Es ist ein Laster zuviel zu schlafen. Es ist schändlich und verwerflich, wenn uns die Sonne bei ihrem Aufgang noch im Bett vorfindet. Es heißt auch die Ordnung der Natur ändern und umkehren, wenn man den Tag zur Nacht und die Nacht zum Tage macht, wie etliche es tun; der Dämon ist es, der uns dazu treibt so zu verfahren; da er weiß, daß die Dunkelheit Gelegenheit zur Sünde gibt, ist er erfreut, wenn wir unser Tun und Treiben des Nachts erledigen.

Die Schlafensstunde ist auf „etwa 2 Stunden nach dem Abendmahl“ festgesetzt, und „etwa 7 Stunden sind ausreichend, um den Körper auszuruhen, sofern man nicht außergewöhnlich schwer hat arbeiten müssen“.

Man muß es sich selbst zum ehern Gesetz machen, in aller Frühe aufzustehen, und seine Kinder daran zu gewöhnen, sobald sie größer geworden sind und wenn sie keine Gebrechen haben, die dem entgegenstehen.

Es ist sehr unschicklich und wenig sittsam, im Bett zu plaudern, zu scherzen oder zu spielen, nehmt euch kein Beispiel an gewissen Personen, welche sich mit lesen oder anderen Dingen beschäftigen… Bleibt niemals im Bett, wenn ihr nicht mehr schlaft, es wird eurer Tugend sehr zugute kommen. .. Die schon im jüngsten Alter angenommene Angewohnheit der Trägheit wird sich im Lauf des ganzen weiteren Lebens auswirken.“

FA007339Ferdinand Lassalle (1825-1865) war ein deutscher Schriftsteller und Mitbegründer der Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, der ersten Vorgängerorganisation der SPD. Der verwegene Gründervater der SPD  starb 40 jährig an den Schußverletzungen die er sich infolge eines Duells wegen der Diplomatentochter, Schauspielerin und Schriftstellerin Helene von Dönniges zuzog. Dönniges hatte sich zunächst mit Janco Gregor von Racowitza verlobt, hob die Verlobung jedoch auf, als sie  Lassalle kennenlernte. 1864 folgte die Verlobung mit Lassalle, der ihr Vater ablehnend gegenüberstand. Dönniges wandte sich schließlich von Lassalle ab und widerrief die Verlobung, worauf Lassalle ihren Vater zum Duell forderte. Helenes früherer Verlobter Racowitza übernahm für diesen aus Altersgründen das Duell, bei dem Lassalle von Racowitza schwer verletzt wurde und drei Tage später starb.

Gottlieb Moritz Saphir

Ich hab doch nichts, weder Dukaten, noch Liebe, besitze auch kein Talent, bin unverheiratet, kurz ein Eigentümer aller Erfordernisse zum Schlaf, und – kann doch nicht schlafen!

Emil Kraepelin

„Eine wichtige Rolle spielt dabei für mich die Befriedigung meines Schlafbedürfnisses, das wegen meiner Neigung zu lebhaften Träumen ziemlich gross ist. .. Auf ein kurzes Ausruhen nach Tisch habe ich jedoch nur ausnahmsweise verzichten können.“

 

Emil_Kraepelin_1926Emil Kraepelin (1856 – 1926) war ein deutscher Psychiater der die Grundlagen des heutigen Systems der Klassifizierung psychischer Störungen definierte. Er führte experimentalpsychologische Methoden in die Psychiatrie ein und gilt als Begründer der modernen empirisch orientierten Psychopathologie. Die aus der klinischen Anschauung und Beobachtung heraus entwickelte, immer wieder empirisch überprüfte und unter Berücksichtigung neuer Befunde und Erkenntnisse auch immer wieder geänderte Kraepelin’sche Systematik der psychiatrischen Krankheitsbilder ist unverändert gültig.

Jean Anthelme Brillat-Savarin – Über den Einfluß der Ernährungsweise auf die Ruhe, den Schlaf und die Träume

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Deckblatt der Physiologie du goût mit einem Porträt Brillat-Savarins (1848)

Mag der Mensch ruhen, schlafen oder träumen, immer steht er unter der Herrschaft der Gesetze der Ernährung und tritt nie aus dem Gebiete der Gastronomie heraus. Theorie und Erfahrung verbinden sich zu dem Beweise, daß die Qualität und die Quantität der Nahrungsmittel auf die Arbeit, die Ruhe, den Schlaf und die Träume von bedeutendem Einfluß ist…

Von nicht geringerem Einfluß ist die Ernährungsweise auf den Schlaf und auf die Träume. Der Hungrige kann nicht einschlafen. Die Leere seines Magens hält ihn auf schmerzhafte Weise wach, und wenn Schwäche und Erschöpfung ihn dennoch zum Schlummer zwingen, so ist sein Schlaf leicht, unruhig und unterbrochen. Wer dagegen bei seinem Abendessen die Grenzen der Mäßigkeit überschritten hat, verfällt sogleich in tiefen Schlaf, und wenn er träumt, bleibt ihm nichts davon im Gedächtnis, weil das Nervenfluidum sich in den Empfindungskanälen nach allen Richtungen hin gekreuzt hat. Aus demselben Grunde ist auch sein Erwachen ein jähes: er findet sich nur mit Mühe ins gesellige Leben zurück, und wenn der Schlaf völlig verschwunden ist, verspürt er noch lange die Strapazen der Verdauung.

Man darf als gemeingültige Regel den Satz aufstellen, daß der Kaffee den Schlaf verscheucht. Die Gewohnheit schwächt allerdings diese üble Wirkung und hebt sie sogar völlig auf, sie tritt aber unfehlbar bei allen Europäern ein, die erst mit dem Gebrauche des Kaffees beginnen. Einige Speisen dagegen machen auf angenehme Weise zum Schlafen geneigt, so alle die, bei denen die Milch die Hauptrolle spielt, ferner die ganze Familie der Lattiche, das Geflügel, der Portulak, die Orangenblüte und vor allem der Reinettapfel, wenn man ihn unmittelbar vor dem Zubettgehen ißt.“
Aus: Jean Anthelme Brillat-Savarin: Physiologie des Geschmacks, XX Mediation

Jean AnJean-Anthelme_Brillat_de_Savarin_(1755-1826)thèlme Brillat-Savarin wurde am 1. April 1755 in Belley, Département Ain geboren und starb am 2. Februar 1826 in Paris. Er war französischer Schriftsteller und einer der bedeutendsten französischen Gastrosophen. Von bürgerlichem Beruf war er Richter, ein Amt, das ihm ausreichend Zeit ließ, sich seiner eigentlichen Leidenschaft, der Kochkunst zu widmen, über die er mehrere Werke verfasste. Das bekannteste seiner Werke ist „La Physiologie du Goût“ (Die Physiologie des Geschmacks), 1826 erschienen, 1865 ins Deutsche übersetzt, an dem er 25 Jahre lang gearbeitet haben soll. Darin geht es nicht nur um die Zubereitung exquisiter Speisen, sondern grundsätzlich um sehr geistvolle Theorien zu Tafelfreuden, eine Art Lebenslehre. Mit seinem Buch begründete er eine neue Form des Schreibens über Essen und trug in Europa wesentlich zur Weiterentwicklung der Kochkunst bei. Berühmt sind seine Aphorismen wie beispielsweise „Ein echter Feinschmecker, der ein Rebhuhn verspeist hat, kann sagen, auf welchem Bein es zu schlafen pflegte“ oder „Ein Dessert ohne Käse ist wie eine einäugige Schönheit“.  Aus Wikipedia