Das Kopfkissen

Unser Hals ist so individuell wie unser Fingerabdruck, daher resultieren oftmals die Probleme mit standartisierten Kopfkissen.

Die Anforderungen
Das Kopfkissen hat verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Aus Sicht des Schläfers soll das Kissen kuschelig sein und die Gemütlichkeit im Bett fördern. Aus orthopädischer-anatomischer Sicht muss das Kopfkissen die empfindliche Halswirbelsäule unterstützen und der Wirbelsäule zu ihrer Doppel-S-Form verhelfen. Das Kissen soll nur den Kopf und den Nacken stützen und gehört nicht unter die Schultern. Eine weitere Aufgabe des Kissens besteht darin, die Feuchtigkeit, die wir während des Schlafs im Nackenbereich abgeben, rasch von der Hautoberfläche weg zu transportieren. Verdunstet der Schweiß, kühlt die Haut ab und die Muskeln ziehen sich zusammen, es besteht die Gefahr von Nackensteifheit. Das Kopfkissen sollte in jeder Schlafposition die Lagerung der Wirbelsäule unterstützen, um schmerzhafte Verspannungen zu vermeiden. Das Kissen muss sich Ihrem Hals anpassen und nicht umgekehrt. Bedenken Sie, dass Sie sich im Schlaf drehen und wenden. Viele Menschen schlafen mal in der Rückenlagen, mal in der Seitenlage und mal in der Bauchlage.

Die Form
Ein großes pralles Kopfkissen kann das Bett zieren und verdient zurecht den Namen Paradekissen. Zum betten des Kopfes setzen sich mittlerweile auch in Deutschland kleinere Kissenformate durch, von denen es vielfältige Formen gibt.

  • Zur Stützung der Nackenmuskulatur eignen sich die Nackenstützkissen. Diese verfügen über einen Wulst oder eine Erhöhung zur Unterstützung der Halsform in der Rückenlage. Jeder Mensch besitzt seine eigene Halsform, daher sollten Sie auf die richtige Höhe des Nackenstützkissen achten. Bei einigen Modellen lässt sich die Höhe, durch Hinzufügen oder Entfernen des Füllmaterials, individuell einstellen.
  • Seitenschläferkissen ähneln in der Form den Nackenstützkissen, hier sollen Kinn und Schläfe richtig gelagert werden und ein abknicken der Halswirbelsäule vermieden werden.
  • Für Menschen mit empfindlichen Hälsen eignen sich sogenannte Körnerkissen (s. auch Materialien). Diese sind häufig rechteckig geformt und das Füllmaterial bietet wegen seiner Rieselfähigkeit eine genaue Anpassung an die Halsform. Achten Sie auf die richtige Absteppung, damit die Füllung nicht verrutschen oder verklumpen kann.
  • Nackenrollen stützen der Halswirbelsäule, bieten aber dem Hinterkopf keine Auflagemöglichkeit. Sie können eine positive Wirkung für schnarchende Menschen haben,, da die Atemwege besser freigelegt werden.

Ein gutes Kissen wird in allen Lagen die Wirbelsäule unterstützen um Verspannungen zu verhindern.

Die Größe
In Deutschland ist die Standartgröße immer noch 80 x 80 cm, seit Jahren steigt allerdings der Anteil an kleineren, rechteckigen Kissen in den Größen 40 x 80 cm oder 40 x 60 cm. Kleinere Kopfkissen bieten den Vorteil sie auf Reisen mitzunehmen, um auch unterwegs den Kopf richtig zu betten.

Die Füllung
Die Natur gibt uns alles, was wir für ein gesundes Leben benötigen. Dieser Satz gilt auch für Kissenfüllungen. Über die positive Wirkung natürlicher Materialien im Bett siehe auch Teil 3 dieser Serie über die Bettwaren. Da wir im Halsbereich viele Schweißdrüsen besitzen, muss das Kissen die Feuchtigkeit, die wir abgeben, rasch vom Körper wegtransportieren können. Dazu eignen sich besonders Hohlraumfasern wie z.B. Schafschurwolle oder Kapok. Naturbelassene Schafschurwolle verfügt dank des Anteils an Wollfett über Selbstreinigungskräfte, die die Giftstoffe unseres Schweißes und Gerüche neutralisieren können. Schafschurwolle vermittelt auch das wichtige und notwendige trockene, warme Bettklima, rheumatische Beschwerden können sich beispielsweise bei einem feucht-warmen Bettklima noch verstärken.

Für Kissen mit einem seperaten Innenkern, bietet Naturkautschuk eine hohe Punktelastizität und ein sehr gutes Rückfederungsverhalten. Der Naturkautschukkern muss mit einem Material ummantelt werden, das die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Dinkel, Hirse oder Kirschkerne bilden die Füllungen für sogenannte Körnerkissen. Diese Füllmaterialien formen durch ihre Rieselwirkung auf natürliche Weise den Hals nach. Sie können in der Wärme- und Kältetherapie eingesetzt werden. Sind Körnerkissen nicht mit einer Hülle versehen, die Feuchtigkeit aufnehmen kann, sollte aus hygienischen Gründen die Füllung bei täglicher Nutzung nach 1-2 Jahren ausgetauscht werden.

Die großen (80×80 cm) Paradekissen werden oftmals mit Federfüllungen angeboten. Federkissen können schön gebauscht werden und die Form variieren, besitzen aber den Nachteil, dass sie keine Feuchtigkeit aufnehmen können. Einerseits droht die Gefahr von Nackensteifheit, andererseits drohen Verspannungen, wenn sich die zusammengestauchte Form während des Schlafs verändert. Kissen und Deckenfüllungen aus Federn sind wegen des feucht-warmen Klimas die ideale Lebensgrundlage der Hausstaubmilben. Daher sollten Federkissen jährlich gewaschen oder gereinigt werden.

Wer konsequent mögliche Störfaktoren in seinem Bett ausschließen will, sollte auf eine Naturfüllung zurückgreifen. Achten Sie dabei auf rückstandskontrollierte Qualitäten.

Im nächsten Teil unserer Serie wenden wir uns dem Innenleben des Bettes zu.

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