Einschlafverse – Gute Nacht Lieder


Das Einschlafritual: Einschlafverse für Kinder
Auch schlafen will gelernt sein. Babys und Kleinkinder brauchen zur Stressverarbeitung Eltern, die mit ihnen gemeinsam die Zeiten der Ruhe und Entspannung im Tagesverlauf ritualisieren. Wiederkehrende Schlafrituale wie vorlesen, singen oder kuscheln schaffen Sicherheit und Orientierung. In der Einschlafphase benötigt Ihr Kind Ihre körperliche Nähe am dringendsten. Gute (Ein-)Schlafgewohnheiten entstehen in einer Atmosphäre, in der Schlafen weder mit Stress noch mit Angst in Zusammenhang gebracht wird. Wichtig ist, dass sie sich die Zeit nehmen ihr Kind in den Schlaf zu begleiten. Naomi Aldort schreibt in ihrem Beitrag Zen in der Kunst des Zu Bett-Gehens oder: Die Mär vom Zu-Bett-Gehen über die acht häufigsten Glaubenssätze des Zu-Bett-Gehens und erklärt, warum man es sich selbst und seinen Kindern oft unnötig schwer macht.

Wer hat die schönsten Schäfchen?
Wer hat die schönsten Schäfchen? Die hat der goldne Mond,
der hinter unsern Bäumen am Himmel droben wohnt.

Er kommt am späten Abend, wenn alles schlafen will,
hervor aus seinem Hause am Himmel leis‘ und still.

Dann weidet er die Schäfchen auf seiner blauen Flur;
denn all die weißen Sterne sind seine Schäfchen nur.

Sie tun sich nichts zuleide, hat eins das andre gern,
und Schwestern sind und Brüder da droben Stern an Stern.

Und soll ich dir eins bringen, so darfst du niemals schrei’n,
musst freundlich wie die Schäfchen und wie ihr Schäfer sein.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

© Peter Marlow/Magnum Photos, 1999

Die Blümelein, sie schlafen
Die Blümelein, sie schlafen schon längst im Mondenschein,
sie nicken mit den Köpfchen auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum, er säuselt wie im Traum.
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!

Die Vögelein, sie sangen so süß im Sonnenschein,
sie sind zur Ruh gegangen in ihre Nestchen klein.
Das Heimchen in dem Ährengrund, es tut allein sich kund:
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!

Sandmännchen kommt geschlichen und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Liebchen nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindchen fand, streut er ins Aug‘ ihm Sand.
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!

Sandmännchen aus dem Zimmer, es schläft mein Herzchen fein,
es ist gar fest verschlossen schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir; willkomm‘ das Äugelein so fromm!
Schlafe, schlafe, schlaf du, mein Kindelein!
Anton Wilhelm von Zuccalmaglio


Wiegenlied (väterlicherseits)
Schlaf ein, mein Kind! Schlaf ein, mein Kind!
Man hält uns für Verwandte.
doch ob wir es auch wirklich sind?
Ich weiß es nicht. Schlaf ein, mein Kind!
Mama ist bei der Tante …

Schlaf ein, mein Kind! Sei still! Schlaf ein!
Man kann nichts Klügres machen.
Ich bin so groß. Du bist so klein.
Wer schlafen kann, darf glücklich sein.
Wer schlafen darf, kann lachen.

Nachts liegt man neben einer Frau,
die sagt: Laß mich in Ruhe.
Sie liebt mich nicht. Sie ist so schlau.
Sie hext mir meine Haare grau.
Wer weiß, was ich noch tue.

Schlaf ein, mein Kind! Mein Kindchen, schlaf!
Du hast nichts zu versäumen.
Man träumt vielleicht, man wär ein Graf.
Man träumt vielleicht, die Frau wär brav.
Es ist so schön, zu träumen …

Man schuftet, liebt und lebt und frißt
und kann sich nicht erklären,
wozu das alles nötig, ist!
Sie sagt, daß du mir ähnlich bist.
Mag sich zum Teufel scheren!

Der hat es gut, den man nicht weckt.
Wer tot ist, schläft am längsten.
Wer weiß, wo deine Mutter steckt!
Sei ruhig. Hab ich dich erschreckt?
Ich wollte dich nicht ängsten.

Vergiß den Mond! Schlaf ein, mein Kind!
Und laß die Sterne scheinen.
Vergiß auch mich! Vergiß den Wind!
Nun gute Nacht! Schlaf ein, mein Kind!
Und, bitte, laß das Weinen…
Erich Kästner


In der Reihe „How to Dad“ zeigt Jordan Watson allen Vätern und Müttern wie einfach Baby Alba in den Schlaf zu bringen ist.


Geht leise
Es ist müd von der Reise!
Es kommt weit her:
Vom Himmel übers Meer,
Vom Meer den dunklen Weg ins Land,
Bis es die kleine Wiege fand –
Geht leise!
Paula Dehmel

edward-hopper-boy-and-moon-1906

Edward Hopper – Junge und Mond, 1906, Whitney Museum

Komm mit mir in das Land der Träume
wo ewiglich die Sonne scheint,
der Mond am Himmel voller Freude
sich mit den Sternen still vereint.

Komm mit mir in das Fantasieland
wo Elfen tanzen durch die Nacht,
von einem Silberregenbogen
ein kleiner Engel fröhlich lacht.

Komm mit mir in die Märchenwelten
wo Drachen uns ganz sanft berühren,
und uns mit zartem Flügelschlage
ins Reich des Drachenlands entführen.

Der Prinz auf seinem weißen Schimmel
trägt uns hinauf ins Wolkenschloss,
und über uns der Sternenhimmel
erscheint uns groß und grenzenlos.

Ich reiche still Dir meine Hände
wenn Du im Herzen bist ein Kind,
dann lass uns fliegen heiter lachend
in Länder wo wir glücklich sind.
Ich wünsche Dir eine gute Nacht.

Leonard Mccombe LIFE Photo Collection

Leonard Mccombe / LIFE Photo Collection, 1957

Husch, husch, husch,
ins Bett geschwind,
schlüpft am Abend jedes Kind.
Sandmann kommt auf leisen Sohlen,
steigt durchs Fenster ganz verstohlen,
schleicht im Nachthemd durch das Haus
und schüttet seine Träume aus.


Es schaukeln die Winde
das Nest in der Linde,
da schließen sich schnell
die Äugelein hell.
Da schlafen vom Flügel
der Mutter gedeckt
die Vögelchen süß
bis der Morgen sie weckt.

Bei Mütterlein liegen
die Lämmer und schmiegen
aus Fell sich so dicht
und regen sich nicht.
Sie atmen so leise
und werden erst wach
beim Zwitschern der Schwalben
hoch oben am Dach

Nur einzig die Sterne
am Himmel so ferne,
ob groß oder klein,
sie schlafen nicht ein,
sie schließen die strahlenden
Augen nicht zu, sie legen sich nicht
mit den andern zu Ruh.

Wenn aber mit Lachen
die Kinder erwachen,
das Lämmchen sich reckt,
der Vogel sich streckt,
dann müssen die Sterne,
ob groß oder klein,sie müssen
ins himmlische Bettchen hinein.

Dann der darf nicht singen
am Morgen und springen,
wer während der Nacht
herum tollt und wacht.
Drum schlaf nur, mein Liebling,
schlaf selig und fest,
wie’s Lämmchen im Stall,
wie der Vogel im Nest!
Elisabeth Ebeling, Vertont von Engelbert Humperdinck

Theodor Alt - Siebenschläfer

Theodor Alt – Siebenschläfer, 1871

Auf ein schlummerndes Kind
Wenn ich, o Kindlein, vor dir stehe,
Wenn ich im Traum dich lächeln sehe,
Wenn du erglühst so wunderbar,
Da ahne ich mit süßem Grauen:
Dürft‘ ich in deine Träume schauen,
So wär‘ mir Alles, Alles klar!

Dir ist die Erde noch verschlossen,
Du hast noch keine Lust genossen,
Noch ist kein Glück, was du empfingst;
Wie könntest du so süß denn träumen,
Wenn du nicht noch in jenen Räumen,
Woher du kamest, dich erging’st?
Friedrich Hebbel

Wiegenlied
Vor der Türe schläft der Baum,
Durch den Garten zieht ein Traum.
Langsam schwimmt der Mondeskahn,
Und im Schlafe kräht der Hahn.
Schlaf, mein Wölfchen, schlaf.

Schlaf, mein Wulff. In später Stund
Küß ich deinen roten Mund.
Streck dein kleines, dickes Bein,
Steht noch nicht auf Weg und Stein.
Schlaf, mein Wölfchen, schlaf.

Schlaf, mein Wulff. Es kommt die Zeit,
Regen rinnt, es stürmt und schneit.
Lebst in atemloser Hast,
Hättest gerne Schlaf und Rast.
Schlaf, mein Wölfchen, schlaf.

Vor der Türe schläft der Baum,
Durch den Garten zieht ein Traum.
Langsam schwimmt der Mondeskahn,
Und im Schlafe kräht der Hahn.
Schlaf, mein Wölfchen, schlaf.
Detlev von Liliencron

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Nicolae Tonitza – Gute Nacht, 1920

Zu Bett, mein Kind,
es weht der Wind.
Es schläft dein Bär,
er schnarcht schon schwer,
Es träumt die Puppe
in ihrer Stube.
Nun schlaf auch du!

Zu Bett, mein Schatz,
es schläft die Katz‘.
Und auch der Hund,
der träumt zur Stund‘.
Dein Fahrrad ruht,
das tut ihm gut.
Nun schlaf auch du!

Zu Bett, Du Maus,
schlüpf in dein Haus!
Die Eisenbahn,
auch sie hält an,
die Kühe alle,
sie stehn im Stalle.
Nun schlaf auch du!

Zu Bett, mein Spatz,
ich mach dir Platz,
ich gehe nun,
will selber ruhn!
Will träumen fein
vom Kindlein mein!
Nun schlaf auch du!
Quelle unbekannt


Morgenlied von den Schäfchen
Schlaf, Kindlein, schlaf,
Der Vater hüt die Schaaf,
Die Mutter schüttelts Bäumelein,
Da fällt herab ein Träumelein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Am Himmel ziehn die Schaaf,
Die Sternlein sind die Lämmerlein,
Der Mond der ist das Schäferlein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Christkindlein hat ein Schaaf,
Ist selbst das liebe Gotteslamm,
Das um uns all zu Tode kam,
Schlaf, Kindlein, schlaf!

Schlaf, Kindlein, schlaf,
So schenk ich dir ein Schaaf,
Mit einer goldnen Schelle fein,
Das soll dein Spielgeselle seyn,
Schlaf, Kindlein, schlaf!

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Und blöck nicht wie ein Schaaf,
Sonst kömmt des Schäfers Hündelein,
Und beißt mein böses Kindelein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.

Schlaf, Kindlein, schlaf,
Geh fort und hüt die Schaaf,
Geh fort du schwarzes Hündelein,
Und weck mir nicht mein Kindelein,
Schlaf, Kindlein, schlaf.
Achim von Arnim

Alexej Georgijewitsch Jawlensky – Die Bärenfamilie

Träum, Kindlein, träum!
Träum, Kindlein, träum!
Im Garten stehn zwei Bäum‘.
Der eine, der trägt Sternlein,
der andre Mondenhörnlein.
Da kommt der Wind der Nacht gebraust –
und schüttelt die beiden mit rauher Faust.
Das Mondenhörnleinbäumlein steht,
als wäre gar kein Wind, der weht.
Dem Sternenbäumlein aber, ach,
dem fallen zwei Sternlein in den Bach.
Da kommen zwei Fischlein munter –
und schlucken die Sternlein hinunter.
Und hätte es nicht sterngeschnuppt,
so wären sie nicht so schön geschuppt.
Träum, Kindlein, träum,
im Garten stehn zwei Bäum…
Der eine, der trägt Sternlein,
der andre Mondenhörnlein…
Träum, Kindlein, träum…
Christian Morgenstern


Das Mäuselein
Still stand die Wiege, das Kind schlief fest,
Ein Mäuselein sich blicken lässt,
Wippelndes, trippelndes Ding!
Es dreht das Köpfchen hin und her,
Es hüpft und tänzelt kreuz und quer,
Hin und her, kreuz und quer.
Mach‘ kein Geräusch, o Mäuselein!
Sonst fängt mein Kind gleich an zu schrei’n.

Das Mäuselein nimmt sich wohl in Acht,
Es schleicht zur Wiege sacht, ganz sacht,
Wippelndes, trippelndes Ding!
Es schaut und schnuppert rings umher,
Wo wohl ein Krümchen Kuchen wär‘,
Kuchen wär‘, Kuchen wär‘,
Mach‘ kein Geräusch, o Mäuselein!
Sonst fängt mein Kind gleich an zu schrei’n.

Und alle Krümchen, die da sind,
Die gönnt dir alle gern mein Kind,
Wippelndes, trippelndes Ding!
Wie hat’s geschmeckt dem Mäuslein doch!
’s Ist eins zwei drei in seinem Loch,
Seinem Loch, seinem Loch.
Mäuselein, hast es gut gemacht:
Mein Kindlein schläft, nun gute Nacht.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Ivasenko Alexander

Der Mann im Mond
Der Mann im Mond hängt bunte Träume,
die seine Mondfrau spinnt aus Licht,
allnächtlich in die Abendbäume,
mit einem Lächeln im Gesicht.

Da gibt es gelbe, rote, grüne
und Träume ganz in Himmelblau.
Mit Gold durchwirkte, zarte, kühne,
für Bub und Mädel, Mann und Frau.

Auch Träume, die auf Reisen führen
in Fernen, abenteuerlich.
– Da hängen sie an Silberschnüren!
Und einer davon ist für dich.
Mascha Kaléko


Im Himmel ist ein Karussell,
das dreht sich Tag und Nacht.
Es dreht sich wie im Traum so schnell,
wir sehn es nicht, es ist zu hell
aus lauter Licht gemacht;
still, mein Wildfang, gib acht!

Gib acht, es dreht die Sterne, du,
im ganzen Himmelsraum.
Es dreht die Sterne ohne Ruh
und macht Musik, Musik dazu,
so fein, wir hören′s kaum;
wir hören′s nur im Traum.

Im Traum, da hören wir′s von fern,
von fern im Himmel hell.
Drum träumt mein Wildfang gar so gern,
wir drehn uns mit auf einem Stern;
es geht uns nicht zu schnell,
das große Karussell.
Richard Dehmel


Schlaflied der Tiere
Es schlafen Hund und Esel,
im Stalle schläft das Vieh,
vom Himmel klingt hernieder,
der Sterne Melodie.

Im Baume schläft die Katze,
im Wipfel hoch der Hahn.
Vorüber zeiht am himmel
der Mond in seinem Kahn.

Er zieht durchs Meer der Sterne
am hohen Himmelszelt
und schaut aus weiter Ferne
hernieder auf die Welt.
Ernst Bühler

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Gutenachtliedchen
Leise, Peterle, leise,
Der Mond geht auf die Reise,
Er hat sein weißes Pferd gezäumt,
Das geht so still, als ob es träumt,
Leise, Peterle, leise.
Stille, Peterle, stille,
Der Mond hat eine Brille,
Ein graues Wölkchen schob sich vor,
Das sitzt ihm grad auf Nas und Ohr,
Stille, Peterle, stille,
Träume, Peterle, träume,
Der Mond guckt durch die Bäume,
Ich glaube gar, nun bleibt er stehn,
Um unser Peterle im Schlaf zu sehn –
Träume, Peterle, träume.
Paula Dehmel


Lureley
Singet leise, leise, leise,
Singt ein flüsternd Wiegenlied,
Von dem Monde lernt die Weise,
Der so still am Himmel zieht.

Denn es schlummern in dem Rheine
Jetzt die lieben Kindlein klein,
Ameleya wacht alleine
Weinend in dem Mondenschein.

Singt ein Lied so süß gelinde,
Wie die Quellen auf den Kieseln,
Wie die Bienen um die Linde
Summen, murmeln, flüstern, rieseln.
Clemens Brentano

Mary Cassatt – Frühstück im Bett, 1897

Wiegenlied für meinen Jungen
Schlaf, mein Küken – Racker, schlafe!
Kuck: im Spiegel stehn zwei Schafe,
bläkt ein großes, mäkt ein kleines,
und das kleine, das ist meines!
Bengel, Bengel, brülle nicht,
du verdammter Strampelwicht.

Still, mein süßes Engelsfüllen:
morgen schneit es Zuckerpillen,
übermorgen blanke Dreier,
nächste Woche goldne Eier,
und der liebe Gott, der lacht,
dass der ganze Himmel kracht.

Und du kommst und nimmst die Spenden,
säst sie aus mit Sonntagshänden,
und die Erde blüht von Farben,
und die Menschen tun’s in Garben
Herr, den Bengel kümmert nischt,
was man auch für Lügen drischt!

Warte nur, du Satansrachen:
heute Nacht, du kleiner Drachen,
durch den roten Höllenbogen
kommt ein Schmetterling geflogen,
huscht dir auf die Nase, hu,
deckt dir beide Augen zu;

deckt die Flügel sacht zusammen,
dass du träumst von stillen Flammen,
von zwei Flammen, die sich fanden,
Hölle Himmel still verbanden – –
so, nu schläft er; es gelang;
Himmel Hölle, Gott sei Dank!
Richard Dehmel

Norman Rockwell – Schalfender Junge

Das kleine Schaf fand keinen Schlaf,
hin und her im Bett sich’s warf,
es dreht sich so, es dreht sich so,
auf den Bauch und auf den Po.

Die Eule kam, die alte, weise,
und sprach: „Mein Schaf, sei mal ganz leise,
du liegst doch mitten unter Schafen,
nun zähl‘ sie doch, dann wirst du schlafen!“

„Sieben, vierundzwanzig, zwei …
das war falsch, noch einmal neu … „
Die Nacht war um, das Schaf noch wach,
im Zählen war es leider schwach!

Ich wünsch dir eine gute Nacht,
hab grad an dich gedacht,
träume süß und denk an mich,
ich hab dich lieb vergiss das nicht.
Quelle unbekannt

Pablo Held – Wiegenlied aus dem Album “Glow”, Pirouet Records, 2011

Wiegenlied für ein Mädchen
Schlummre Liebchen! bist noch klein,
Weißt vom schönen Sonnenschein,
Weißt vom Strahl des Mondenlichts,
Und von Wald und Blumen nichts;
Liebchen, schlummre, werde groß!
Sollst es sehn auf meinem Schoß.

Sollst den Glanz des Himmels sehn,
Und aus ihm die Sonne gehn
Über Wiesen frisch und grün,
Wo die blauen Veilchen blühn.
Veilchen werden dann gepflückt,
Du ans Mutterherz gedrückt.

Mir am Herzen, liebes Kind,
Spielst du froh im Morgenwind.
Über dir ist Jubelklang,
Um dich her ist Lobgesang;
Leise rauschen Baum und Fluss,
Und du fühlst den Mutterkuss.

Liebchen, schlummre; wachs heran!
Siehst in meinen Armen dann
Auch der Abendsonne Glut;
Siehst, wenn Feld und Aue ruht,
Gold und Purpur überall,
Beim Gesang der Nachtigall.

Unterm Nachtigallen-Lied
Kommt der helle Mond, und sieht
Mild herab auf dich und mich;
Alle Blumen neigen sich;
Und die Händchen falt‘ ich dir:
Kleiner Engel, Gott ist hier!

Gott ist hoch im Sternenglanz,
Und im niedern Veilchenkranz;
Ist, wo jener Vogel schlägt,
Und, wo dieser Arm dich trägt.
Sag‘ in jedem Winkel dir:
Liebes Mädchen: Gott ist hier!
Johann Georg Jacobi

Albert Anker – Junge Mutter, bei Kerzenlicht ihr schlafendes Kind betrachtend, 1875 Privatbesitz

Wenn das Kind nicht schlafen will
Nun leg‘ dich und schlaf
Wie der Knecht und die Schaf‘.
Ein Knecht ist kein Graf,
Ein Graf ist kein Knecht.
Ein Star ist kein Specht,
Ein Specht ist kein Star,
Ein Flaum ist kein Haar,
Ein Haar ist kein Flaum.
Ein Strauch ist kein Baum,
Ein Baum ist kein Strauch.
Ein Wind ist kein Hauch,
Ein Hauch ist kein Wind.
Ein Ross ist kein Rind,
Ein Rind ist kein Ross.
Ein Stall ist kein Schloss,
Ein Schloss ist kein Stall.
Ein Ei ist kein Ball,
Ein Ball ist kein Ei.
Ein März ist kein Mai,
Ein Mai ist kein März.
Ein Kopf ist kein Herz,
Ein Herz ist kein Kopf.
Ein Schwanz ist kein Zopf,
Ein Zopf ist kein Schwanz.
Ein Strauß ist kein Kranz,
Ein Kranz ist kein Strauß.
Ein Dach ist kein Haus,
Ein Haus ist kein Dach.
Ein Strom ist kein Bach,
Ein Bach ist kein Strom.
Ein Turm ist kein Dom,
Ein Dom ist kein Turm.
Ein Schneck ist kein Wurm,
Ein Wurm ist kein Schneck.
Ein Loch ist kein Eck,
Ein Eck ist kein Loch.
Ein Zaum ist kein Joch,
Ein Joch ist kein Zaum.
Ein Schlaf ist kein Traum,
Ein Traum ist kein Schlaf.
Ein Bock ist kein Schaf,
Ein Schaf ist kein Bock.
Ein Pfahl ist kein Pflock,
Ein Pflock ist kein Pfahl.
Ein Berg ist kein Tal,
Ein Tal ist kein Berg.
Ein Ries‘ ist kein Zwerg,
Ein Zwerg ist kein Ries‘.
Ein Schwert ist kein Spieß,
Ein Spieß ist kein Schwert.
Ein Rind ist kein Pferd,
Ein Pferd ist kein Rind.
Ein Greis ist kein Kind,
Ein Kind ist kein Greis.
Ein Schnee ist kein Eis,
Ein Eis ist kein Schnee.
Ein Strand ist kein See,
Ein See ist kein Strand.
Ein Meer ist kein Land,
Ein Land ist kein Meer.
Ein Schwarm ist kein Heer,
Ein Heer ist kein Schwarm.
Ein Fuß ist kein Arm,
Ein Arm ist kein Fuß.
Ein Teich ist kein Fluss,
Ein Fluss ist kein Teich.
Ein Stamm ist kein Zweig,
Ein Zweig ist kein Stamm.
Ein Has ist kein Lamm,
ein Lamm ist kein Has.
Ein Laub ist kein Gras,
Ein Gras ist kein Laub.
Ein Sand ist kein Staub,
Ein Staub ist kein Sand.
Ein Sitz ist kein Stand,
Ein Stand ist kein Sitz.
Ein Pfeil ist kein Blitz,
Ein Blitz ist kein Pfeil.
Ein Block ist kein Keil,
Ein Keil ist kein Block.
Ein Hund ist kein Bock,
Ein Bock ist kein Hund.
Ein Lot ist kein Pfund,
Ein Pfund ist kein Lot.
Ein Stein ist kein Brot,
Ein Brot ist kein Stein.
Ein Bier ist kein Wien,
Ein Wein ist kein Bier.
Ein Dachs ist kein Stier,
Ein Stier ist kein Dachs.
Ein Schwab ist kein Sachs,
Ein Sachs ist kein Schwab.
Ein Stock ist kein Stab,
Ein Stab ist kein Stock.
Ein Frack ist kein Rock,
Ein Rock ist kein Frack.
Ein Krug ist kein Sack,
Ein Sack ist kein Krug.
Ein Flachs ist kein Tuch,
Ein Tuch ist kein Flachs.
Ein Hecht ist kein Lachs,
Ein Lachs ist kein Hecht.
Ein Graf ist kein Knecht,
Ein Knecht ist kein Graf.
Nun leg‘ dich und schlaf‘.
Friedrich Wilhelm Güll

Albert Anker – Schlafender Knabe im Heu, 1897 Kunstmuseum Basel

Nun gute Nacht…
Nun gute Nacht!
Du hast für heut genug gelacht,
Doch hast du auch geweint gar sehr,
Als ob dir Leids geschehen wär‘.

Das kann nicht sein!
Drum, liebes Kind, schlaf‘ ruhig ein.
Was deiner Mutter widerfuhr,
Das war dein ganzes Leiden nur.

So schlaf‘ denn ein!
Die Wieg‘ ist deine Welt allein,
Drin Sonn‘ und Mond nicht untergehn,
Noch Wolken ziehn und Winde wehn.

Das kennst noch nicht,
Und kennst, mein Kind, gar vieles nicht;
Doch weißt genug, wenn Eins du weißt,
Was Vater und was Mutter heißt.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben


Eia, popeia, mein Püppchen schlaf ein,
eia, popeia, wirst müde sein.
Das Bettchen ist weich, und alles ist still,
weil mein Püppchen schlafen will.

Das Pferdchen schläft und das Kälbchen im Stall
und hoch auf der Hürde die Hühnerchen all,
da haben sie sich ihr Bettchen gamacht
und rufen dam lieben Kindchen “Gut Nacht”


Schlummerliedchen
Schlaft mir allzusammen ein,
Meine sieben Kinderlein,
In euren weichen Betten.
Schlummert süß und schlafet aus,
Steckt mir keins die Beinchen raus
Unter eurer Decke!

Seid ihr dann geschlafen ein,
Fliegt ein Engel ins Zimmer rein,
Besieht sich alle sieben:
Deine Kinder sind alle weiß und rot,
Ein schönen Gruß vom lieben Gott,
Ob sie auch fromm geblieben.

Meine sieben Kinder sind alle fromm,
Sie wolln gern in den Himmel komm’n,
Schön Dank für Milch und Wecken.
Bring wieder einen Gruß nach Haus:
Es stecke auch keins die Beinchen raus
Mehr unter seiner Decke.
Richard Leander


Schlafe, mein Prinzchen…
Schlafe, mein Prinzchen! Es ruhn
Schäfchen und Vögelchen nun.
Garten und Wiese verstummt,
Auch nicht das Bienchen mehr summt;
Luna mit silbernem Schein
Gucket zum Fenster herein.
Schlafe beim silbernen Schein,
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!

Auch in dem Schlosse schon liegt
Alles in Schlummer gewiegt;
Reget kein Mäuschen sich mehr,
Keller und Küche sind leer.
Nur in der Zofe Gemach
Tönet ein schmelzendes Ach.
Was für ein Ach mag das sein?
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!

Wer ist beglückter als du?
Nichts als Vergnügen und Ruh!
Spielwerk und Zucker vollauf
Und noch Karessen im Kauf1
Alles besorgt und bereit,
Daß nur mein Prinzchen nicht schreit!
Was wird das künftig erst sein?
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!
Friedrich Wilhelm Gotter

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Schlaflied
Schlaf, mein Kindchen, so schlaf schon ein,
so schlaf doch und weine nicht mehr.
Sieh nur, im Schlaf ist die Welt ja dein,
so schlaf schon und wein nicht so sehr.

Schließe die Augen und schlafe schon,
hör nur, es rauschet der Wald.
Im Schlafe da gibt es nicht Hass, nicht Hohn,
im Schlafe, da ist es nicht kalt.

Schlafe, mein Liebling, und lächle, Kind,
höre, der Fluss singt sein Lied.
Schlafe, dann singt dir vom Glück der Wind
und singt dir vom Frühling, der blüht.

Schlafe mein Kind und vergiss, was dich schmerzt,
dunkel ist für dich der Tag.
Hell ist die Nacht, wenn der Traum dich herzt,
so schlafe mein Kindchen, so schlaf.
Januar 1941
Meerbaum-Eisinger


Sonne hat sich müd gelaufen,
spricht: Nun laß ichs sein!
Geht zu Bett und schließt die Augen
und schläft ganz ruhig ein.

Bäumchen, das noch eben rauschte,
spricht: Was soll das sein?
Will die Sonne nicht mehr scheinen,
schlaf ich auch ruhig ein!

Vogel, der im Baum gesungen,
spricht: Was soll das sein?
Will das Bäumchen nicht mehr rauschen,
schlaf ich auch ruhig ein.

Häschen spitzt die langen Ohren,
spricht: Was soll das sein?
Hör ich keinen Vogel singen,
schlaf ich auch ruhig ein.

Jäger höret auf zu blasen,
spricht: Was soll das sein?
Seh ich keinen Hasen laufen,
schlaf ich auch ruhig ein.

Kommt der Mond und guckt herunter,
spricht: Was soll das sein?
Kein Jäger lauscht,
kein Häschen springt,
kein Vogel singt,
kein Bäumchen rauscht,
kein Sonnenschein
unds Kindlein allein
sollt wach noch sein???

Nein, nein, nein
Leib Kindchen mach die Augen zu,
lieb Kindchen schläft noch ein.


Ein Schlaflied
Blauer Abend,
Gutes Schweigen.
Will mich ganz in
Schlummer neigen.

Fern noch rauschen
Nahe Bäume.
Engel bringen
Silberträume.

Schlafe, schlafe …
Wind und Stille -.
Alles hütet
Gottes Wille.
Francisca Stoecklin

1

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft,
wipp, wipp!
hat sich ein Beinchen abgezupft,
knipp, knipp!
läßt sich zum klaren Bach hernieder,
tunkt’s Schnäblein ein und hebt sich wieder,
stipp stipp, nipp nipp!
und schwingt sich wieder
in den Flieder.
Es singt und piepst ganz allerliebst,
zipp zipp, zipp zipp trill!
sich eine Abendmelodie,
steckts Köpfchen dann ins Federkleid
und schlummert bis zur Morgenzeit.
Wilhelm Busch


Guten Abend, gut’ Nacht,
mit Rosen bedacht,
mit Näglein besteckt,
schlupf unter die Deck:
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.

Paula Modersohn-Becker – Schlafendes Kind

Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht,
die zeigen im Traum
dir Christkindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies.
Achim von Arnim und Clemens Brentano

Der Mond ist aufgegangen
Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

Sehr Ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder,
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.
Matthias Claudius

Vasily Perov - children-sleeping,1870

Vasily Perov – Schlafende Kinder, 1870 – Tretyakov Gallery, Moskau


Weißt du, wie viel Sternlein stehen

Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viel Wolken gehen
weithin Über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.
Wilhelm Hey


La le lu
La le lu
Nur der Mann im Mond schaut zu
Wenn die kleinen Babys schlafen
Drum schlaf auch du

La le lu
Vor dem Bettchen steh’n zwei Schuh
Und die sind genauso müde
Geh’n jetzt zur Ruh’

Dann kommt auch der Sandmann
Leis’ tritt er ins Haus
Sucht aus seinen Träumen
Dir den schönsten aus

La le lu
Nur der Mann im Mond schaut zu
Wenn die kleinen Babys schlafen
Drum schlaf auch du

Sind alle die Sterne
Am Himmel erwacht
Dann sing ich so gerne
Ein Lied dir zur Nacht

La le lu
Nur der Mann im Mond schaut zu
Wenn die kleinen Babys schlafen
Drum schlaf auch du
Heino Gaze

George de la Tour- Das Neugeborene, ca. 1640. Musée des Beaux-Arts de Rennes

Wer hat die schönsten Schäfchen?
Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der gold´ne Mond,
Der hinter jenen Bäumen
Am Himmel droben wohnt.

Er kommt am späten Abend,
Wenn alles schlafen will,
Hervor aus seinem Hause
Zum Himmel leis‘ und still.

Dann weidet er die Schäfchen
Auf seiner blauen Flur,
Denn all‘ die weißen Sterne
Sind seine Schäfchen nur.

Sie tun uns nichts zu Leide
Hat eins das and’re gern,
Und Schwestern sind und Brüder
Da droben Stern an Stern.

Und soll ich dir eins bringen,
So darfst du niemals schrei´n
Mußt freundlich wie die Schäfchen
Und wie ihr Schäfer sein.
Hoffmann von Fallersleben

Bernardo Strozzi (Italian

Bernardo Strozzi – Schlafender Knabe

Schlafe, mein Prinzchen, es ruhn
Schäfchen und Vögelchen nun.
Garten und Wiese verstummt,
Auch nicht ein Bienchen mehr summt;
Luna mit silbernem Schein
Gucket zum Fenster herein.
Schlafe beim silbernen Schein,
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!

Auch in dem Schlosse schon liegt
Alles in Schlummer gewiegt;
Reget kein Mäuschen sich mehr,
Keller und Küche sind leer.
Nur in der Zofe Gemach
Tönet ein schmelzendes Ach.
Was für ein Ach mag das sein?
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!

Wer ist beglückter als du?
Nichts als Vergnügen und Ruh!
Spielwerk und Zucker im Lauf,
Schmeicheln und Kosen vollauf,
Alles besorgt und bereit,
Daß nur mein Prinzchen nicht schreit!
Was wird da künftig erst sein?
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein!
Friedrich Wilhelm Gotter


Die Blümelein, sie schlafen
Die Blümelein, sie schlafen
schon längst im Mondenschein,
sie nicken mit den Köpfchen
auf ihren Stengelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum,
er säuselt wie ein Traum;
schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.

Die Vögelein, sie sangen
so süß im Sonnenschein,
sie sind zur Ruh gegangen
in ihre Nestelein.
Das Heimchen in dem Ährengrund
es tut allein sich kund.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.

Sandmännchen kommt geschlichen
und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Kindchen
nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindlein fand,
streut er ins Aug ihm Sand.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.

Sandmännchen, aus dem Zimmer!
Es schläft mein Herzchen fein.
Es ist gar fest verschlossen
schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir Willkomm,
das Äugelein so fromm.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.
Wilhelm von Zuccalmaglio

Wayne Miller/MAGNUM PHOTO – USA, 1953

Wiegenlied
Süßer Traum, wölb einen Dom
über meines Kindchens Glieder!
Süßer Traum, send einen Strom
stillen, sanften Mondlichts nieder!

Süßer Schlaf, aus weichem Flaum
eine goldne Krone webe!
Süßer Schlafengel, im Traum
um des Kindchens Wiege schwebe!

Süßes Lächeln, in der Nacht
schwebe über meiner Wonne!
Süßes Mutterlächeln wacht,
sei im Leben deine Sonne!

Süße Seufzer, taubengleich,
scheucht vom Auge nicht den Schlummer!
Süßeres Lächeln, taubengleich,
scheuche Sorge dir und Kummer!

Schlafe, schlaf, mein glücklich Kind!
Alles in sein Bett nun schmiegt sich.
Schlafe, schlafe, schlaf geschwind,
deine Mutter weint und wiegt dich.

Süßes Kindchen, dein Gesicht
scheint ein Abbild heiliger Züge.
Süßes Kindchen, weinte nicht
so dein Schöpfer in der Wiege?

Weinte wohl um mich, um dich,
als ein Kind er war, ein kleines.
Schaue immer sein Gesicht
himmlisch lächeln auch auf deines.

Der ein Kind einst ward, ein kleins,
lächelt dir und mir, uns allen.
Kindeslächeln, das ist seins:
Himmel und Erd ein Wohlgefallen.
Wiliam Blake

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