Ernst Bloch

„An uns selbst sind wir noch leer. So schlafen wir leicht ein, wenn die äußeren Reize fehlen. Weiche Kissen, Dunkel, Stille lassen uns einschlafen, der Leib verdunkelt sich. Liegt man nachts wach, so ist das gar kein Wachsein, sondern zähes, verzehrendes Schleichen an Ort und stelle. Man merkt dann, wie ungemütlich es mit nichts als mit sich selber ist.“

Ernst Bloch – Mit sich allein

An uns selbst sind wir noch leer. So schlafen wir leicht ein, wenn die äußeren Reize fehlen. Weiche Kissen, Dunkel, Stille lassen uns einschlafen, der Leib verdunkelt sich. Liegt man nachts wach, so ist das gar kein Wachsein, sondern zähes, verzehrendes Schleichen an Ort uns´d Stelle. Man merkt dann, wie ungemütlich es mit nichts als mit sich selbst ist.  – © Suhrkamp Verlag

© Bundesarchiv H.G. Quaschinsky

Ernst Bloch (1885-1975) war ein deutscher Philosoph, der die Nazizeit in der Schweiz, der Tschechoslowakei und den USA verbrachte.  Durch sein Hinwendung zum Stalinismus überwarf er sich mit vielen Freunden (z.B. Adorno). 1949 übernahm er den Lehstuhl für Philosophie in Leipzig. 1956 überwarf er sich mit der SED. Nach dem Mauerbau kehrte er nicht mehr in die DDR zurück. 1967 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und wurde Vorbild für die Studentenbewegung. Ihn verband eine Freunndschaft mit Rudi Dutschke