Vilém Flusser – Das Bett

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Vilém Flussers „Das Bett“ entstammt dem Essayband Dinge/Undinge in dem aus Flussers Beobachtung von Alltagsdingen Philosophie erwächst. Angesichts leerer Sektflaschen gelangt Flusser zur Dialektik von Theorie und Praxis. Anhand der Beschreibung eines Topfes oder einer Bauernsuppe werden schlagartig kosmologische Probleme wie Schöpfung und Evolution sichtbar. Flusser sieht ein Schachbrett oder einen Baumast, und am Ende stehen tiefe Einsichten in Wahrheit, Moral und menschliche Geschichte. Hier also die Betrachtungen über das Bett

Wir wohnen. Wir könnten nicht leben, wenn wir nicht wohnten. Wir wären unbehaust und schutzlos. Ausgesetzt einer Welt ohne Mitte. Unsere Wohnung ist die Weltenmitte. Aus ihr stoßen wir in die WeIt vor, um uns auf sie wieder zurückzuziehen. Von unserer Wohnung aus fordern wir die Welt heraus, und wir fliehen vor der Welt in unsere Wohnung. Die Weit ist die Umgebung unserer Wohnung … Das Bett als Wohnung im engen und strengen Sinne des Wortes ist eine Weltenmitte. Es ist Mitte zahlloser Welten. Weiterlesen …

Vilém Flusser (1920-1991) war ein tschechischer  Medienphilosoph und Kommunikationswissenschaftler, dessen zentrales Thema der Untergang der Schriftkultur war. Obwohl seine Überlegungen unentwegt um das Thema „Krise“ kreisten, weigerte er sich, ein Pessimist zu sein. Mittelpunkt seiner Welt-, Menschen- und Gesellschaftssicht war stets das Thema Kommunikation. (Wikipedia)

Das Denken vom Bett aus bedacht

© heise.de

Der tschechische Philosoph und Kommunikations-wissenschaftler Vilém Flusser (1920-1991) ist in einem Essay der Frage nachgegangen: Wo nehmen wir jeden Morgen den Entschluss her aufzustehen?  Nach Flusser, ist es der Beweis vom Wissen über den Tod, denn ohne diese Wissen könnten wir ja einfach liegen bleiben. Und damit ist Flusser bei den Bettbedenken. Schlafen und Denken? Passt das zusammen? Natürlich nicht, denn je mehr wir uns mit unseren Gedanken beschäftigen, umso schwieriger wird das Loslassen, die notwendige Voraussetzung ist um einschlafen zu können. „Der Bett ist der Ort, worin wir zwischen Geburt und Tod und zwischen der sogenannten Wirklichkeit schweben … und aus welchem wir uns jeden Morgen erneut entscheiden müssen aufzustehen.“

Hier der Link zu dem Essay.