Eine Nacht in Van Goghs Schlafzimmer

© Airbnb / Art Institute Chicago

Vom 14. Februar bis zum 10. Mai 2016 zeigt das Chicago Art Institute in der Ausstellung „Van Gogh’s Bedrooms“ die drei Gemälde, die der Künstler von seinem Schlafzimmer in Arles anfertigte.

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Gleichzeitig wurde von den Ausstellungsmachern der Schlafraum nachgebaut und über das Buchungportal Airbnb für $ 10 pro Übernachtung angeboten. Allerdings ist der Raum schon bis Februar 2017 ausgebucht.

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„Dieser Raum wird Ihnen das Gefühl geben, in einem Gemälde zu wohnen. Es ist im post-impressionistischen Stil dekoriert und erinnert an Südfrankreich und längst vergangene Zeiten. Seine Einrichtung, die hellen Farben und die Bilder sorgen für ein einmaliges Erlebnis.” Airbnb

© Airbnb / Art Institute Chicago

Wo sich das Zimmer genau befindet, ist nicht ersichtlich. Es könnte sich dabei um ein Hotelzimmer handeln. Die angepriesene Ausstattung lässt kaum Wünsche übrig: Küche, Bad, Aufzug – sogar einen Pool und ein Fitnessstudio soll es geben. Hier können Sie sich die drei Versionen des Gemäldes anschauen.

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Vincent van Gogh – Das Schlafzimmer in Arles

1. Version – Van Gogh Museum, Amsterdam

Das Schlafzimmer in Arles oder Vincents Schlafzimmer ist der Titel von drei Ölgemälden (und zwei Zeichnungen), die der niederländische Maler Vincent van Gogh zwischen 1888 und 1889 schuf. Das Schlazimmer um das es hier geht, befindet sich in Arles, Place Lamartine 2, dem sogenannten gelben Haus.

2. Version – Art Institute of Chicago


Vincent van Gogh, der Autodidakt, schuf Werke, an die sich kein Künstler vor ihm gewagt hatte: anspruchslose Dinge des Alltags. In einem Brief an seinen Bruder Theo schrieb er über das Bild:

„Ich habe eine neue Idee … diesmal will ich ganz einfach mein Zimmer malen, aber hier muß die Farbe alles tun und durch die Vereinfachung dem Ganzen mehr Stil geben; es soll eine Wirkung von Ruhe und von Schlaf davon ausgehen. Mit anderen Worten: Der Anblick des Bildes soll die Nerven und die Phantasie beruhigen.“

3. Version – Musée d’Orsay, Paris

Man sieht, das es van Gogh nicht darum ging die Wirklichkeit abzubilden. Farbe und Formen sind dazu da, die Stimmung festzuhalten, die von den dargestellten Dingen in ihm ausgelöst wurden. Das Gemälde, welches eines der bekanntesten des Künstlers ist, war auch eines seiner Lieblingsgemälde. In 13 Briefen beschreibt van Gogh seiner Familie das Bild voller Begeisterung. Die beiden späteren Versionen entstanden als sich van Gogh in der psychiatrischen Klinik von Saint-Remy aufhielt.