Lieber später aufstehen

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Bid: pixabay, CC0 Public Domain

Der Neurowissenschaftler Dr. Christoph Nissen von der Uni Freiburg leitet eine Studie über das Schlafverhalten von Jugendlichen. Die Melatoninausschüttung bei Jugendlichen beginnt ca.zwei Stunden später als bei Erwachsenen. Jugendliche kompensieren den fehlenden Schlaf jedoch mit einer höheren Schlafintensität.

Der Regensburger Schlafmediziner Jürgen Zulley ist der Ansicht, das der in Deutschland übliche Unterrichtsbeginn um acht Uhr für Jugendliche ab einem gewissen Alter zu früh ist um Leistung zu erbringen. „Gegen acht Uhr sind Jugendliche in etwa so leistungsfähig wie um Mitternacht“, sagt Zulley. Untersuchungen haben gezeigt, das sich der biologische Rhythmus ab dem 12. Lebensjahr nach hinten verschiebt. „Jugendliche handeln also gegen ihren natürlichen Biorhythmus, wenn sie zu früh aufstehen.“ Sinnvoll sei es, wenn Schulen eine Stunde später beginnen würden.

Das Institut für Gesundheitsförderung und -forschung, Dillenburg und die Klinik für Innere Medizin, Marburg haben 8.000 16-25jährige hinsichtlich ihres Gesundheitszustands und ihrer Schlafgewohnheiten untersucht. Danach fühlen sich 62% den Befragten nicht ausgeruht und leistungsfähig. Hauptursache sein ein permantes Schlafdefizit, das mit gesundheitlichen Beschwerden wie Herz-Kreislauf und Magen-Darm-Beschwerden einhergeht. Fazit: Viele Jugendliche und junge Erwachsene leiden unter permanentem Schlafmangel, was sich ungünstig auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit auswirkt.

Frei nach Kurt Tuchlosky: Gebt den Jungen mehr Schlaf – und sie werden wacher sein, wenn sie wach sind.

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Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf

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Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht: Jede Frau und jeder Mann sollte so schlafen, wie es ihr oder ihm am besten tut. Jutta Bissinger von der Badischen Zeitung im Gespräch mit dem renommierten Schlafforscher Jürgen Zulley. Weiterlesen …

Individuelle Schlaftipps

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© schlaftrainer.de

Wenn Sie mehr über Ihr Schlafverhalten wissen wollen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch der Webseite Schlaftrainer.de. Die Gesellschaft für interdisziplinäres Gesundheitsmanagement hat in Zusammenarbeit mit Jürgen Zulley einen kostenlosen Online-Fragebögen entwickelt. Für die Beantwortung der Fragen benötigen Sie ca. 5 Minuten. Das Ergebnis wird in den folgenden Tagen per Email zugestellt. Neben der individuellen Auswertung erhalten Sie in der Antwort Informationen und Ratschläge zur Verbesserung Ihres Schlafs. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schlaf führt oftmals zu einer Verbesserung.

Warum müssen wir schlafen? – BR alpha Dokumentation

Dieser Frage geht die Redaktion von „Was wir noch nicht wissen“ nach.
Interessante 15 minütige Dokumentation des Bayerischen Rundfunks.

Kuschelige, wärmende Bettdecken für die kalte Jahreszeit

Der Sommer ist vorüber und die Nächte werden jetzt schon empfindlich kalt. Nun ist die Zeit für wärmende Oberbetten gekommen. Um zu verstehen, welche Anforderungen das Oberbett zu erfüllen hat (außer uns ein schönes wärmendes Gefühl zu vermitteln), schauen wir erst einmal was mit uns im Schlaf passiert.

Wir verändern während des Schlafs unsere Körpertemperatur. Zunächst sinkt sie, um im weiteren Verlauf wieder anzusteigen. Um die Körpertemperatur zu senken, gibt der Körper Wärme in Form von Feuchtigkeit (Schweiß) ab. Diese Feuchtigkeit muss schnell vom Körper wegtransportiert werden, denn nur ein trockenes Bett ist ein warmes Bett und verhindert das Auskühlen des Körpers. Im weiteren Verlauf des Schlafs, wenn die Körpertemperatur abgesenkt wurde, benötigen wir eine wärmende Schutzschicht. Doch wohin mit der Feuchtigkeit? Hier kommt die Natur ins Spiel, denn sie hat (Hohlraum)Fasern geschaffen, die in der Lage sind, Feuchtigkeit zu absorbieren. Tierhaare wie z.B. Schafschurwolle, Kamelhaar, Wildseide oder pflanzliche Fasern wie Kapok, verfügen über Thermoregulations-Eigenschaften. Sie können Feuchtigkeit „aufzusaugen“ und sorgen im Bett für das notwendige trockene, warme Bettklima.

In seiner Untersuchung „Auswirkungen passiver Änderungen des Bettklimas auf den Schlaf“ hat der Regensburger Schlafforscher Jürgen Zulley festgestellt:

„Eine passive Veränderung des Bettklimas (ohne externes Aufheizen oder Abkühlen) kann besser durch das Oberbett erreicht werden, da etwa 80% der im Schlaf abgegebenen Feuchtigkeit über das Oberbett in den Raum gelangt. Somit beeinflusst das Oberbett wesentlich stärker als die Matratze das Betthöhlenklima. Durch Unterschiede im Wärme- und Feuchtigkeitstransport des Oberbetts lässt sich das Betthöhlenklima passiv verändern.“

Federn und Daunen sind zwar „federleicht“, können jedoch keine Feuchtigkeit aufnehmen. Das Resultat: unser Schweiß kann nicht abtransportiert werden, es bildet sich ein Schweißfilm auf der Haut, oder die Bekleidung und das Oberbett werden klamm. Ein feuchtes Oberbett ist der Lebensraum der Hausstaubmilben, wo sie sich von unseren Hautschuppen ernähren. Deshalb ist es auch  wichtig Daunendecken oder -kissen regelmäßig zu reinigen. Hohlraumfasern hingegen speichern die Feuchtigkeit in jeder einzelnen Faser, sorgen für eine trockene-warme Umgebung und scheiden als Habitat für Hausstaubmilben aus.

Schafschurwolle im naturbelassenen Zustand, besitzt ein Alleinstellungsmerkmal, das sie so wertvoll für Bettausstattungen macht. Das Wollfett, im pharmazeutischen Bereich Lanolin genannt, neutralisiert Gerüche, Bakterien und die Stoffwechselgifte aus unserem Schweiß. Bettwaren aus naturbelassener Schafschurwolle reinigen sich selbst und bedürfen keiner Wäsche. Schafschurwolle kann, wie auch die folgend aufgeführten Materialien, ein Drittel seines Eigengewichts an Feuchtigkeit absorbieren. Kamelhaarfüllungen eigenen sich besonders für Ganzjahresdecken, da sie stark Temperatur ausgleichend sind.

Achten Sie bei der Auswahl eines Oberbettes auf Bänder um z.B. eine Wolldecke (Frühjahr/Herbst) mit einer Wildseidendecke (Sommer) zu einer wärmenden Winterdecke zusammenzubinden. Manche Anbieter versehen Oberbetten mit speziellen Abnähern, um besonders empfindliche Körperpartien wie den Nierenbereich und die Füße besser zu schützen.

Achten Sie beim Kauf auf rückstandskontrollierte Qualitäten. Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl. Fassen Sie das Material an, fühlen Sie es mit Ihren Körper, schließlich sind Sie jede Nacht mehrere Stunden in die Bettwaren eingehüllt. Kaufen Sie nicht die „Katze im Sack“.

Neben allen positiven Eigenschaften der hier vorgestellten Materialien ist ein Faktor sehr wichtig: ihr Wohlgefühl, denn alles was mit dem Schlaf zu tun hat, sollte ein positives Gefühl hervorrufen.

Oberbetten aus schadstoffgeprüften Naturfasern begommen Sie z.B. bei
http://www.dormo-novo-berlin.de/kissen-und-decken.html

Jürgen Zulley

„Mit Schlafproblemen kann man leider nicht zum Arzt gehen, sich ein Medikament verschreiben lassen und dadurch heilen lassen. Man ist immer auch selbst gefragt, und das nicht nur in der Nacht, sondern vor allem am Tag.“

Test zum nächtlichen Schlafverhalten

Der folgende Fragebogen wurde von dem Regensburger Psychologen und Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley entwickelt und ist seine Buch „Die kleine Schlafschule“ entnommen:
Beantworten Sie bitte die folgenden Fragen und addieren Sie anschließend die Punkte.

1. Sind Sie abends vor dem Schlafengehen müde?
Ja, sehr (1 Punkt)
Ja (0 Punkte)
Nein (2 Punkte)
Eher wach (4 Punkte)

2. Wie lange brauchen Sie zum Einschlafen?
Ich schlafe sofort ein (0 Punkte)
Ich brauche länger als 10 Minuten (1 Punkt)
Ich brauche länger als 30 Minuten (4 Punkte)

3. Schlafen Sie nachts durch?
Ja (0 Punkte)
Ich wache gelegentlich kurz auf (1 Punkt)
Ich liege lange Zeit wach (3 Punkte)
Ich kann gar nicht mehr einschlafen (5 Punkte)

4. Schnarchen Sie nachts?
Nein (0 Punkte)
Ja (1 Punkt)
Es wurden schon Atemstillstände beobachtet (5)

5. Werden Sie morgens zur gewünschten Zeit wach
Mehr als 60 Minuten zu früh (3 Punkte)
Etwas früher (10 bis 60 Minuten Punkte) (1 Punkt)
Genau richtig (0 Punkte)
Es fällt mir nicht leicht (2 Punkte)
Es fällt mir sehr schwer (4 Punkte)

6. Wann fühlen Sie sich nach dem Aufwachen frisch und munter?
Sofort (0)
Nach 10 Minuten (1 Punkt)
Nach dem Frühstück (2 Punkte)
Erst gegen Mittag (4 Punkte)

7. Wenn Sie den ganzen Tag betrachten, dann
sind Sie durchgehend fit (0 Punkte)
sind Sie mittags etwas müder (1 Punkt)
sind Sie mittags sehr müde (2 Punkte)
sind Sie tagsüber häufiger müde (3 Punkte)
schlafen Sie gelegentlich ungewollt ein (5 Punkte)

Beträgt die Summe weniger als 10 Punkte, haben Sie einen guten bis durchschnittlichen Schlaf. Bei mehr als 10 Punkten haben Sie einen gestörten Schlaf.
Anmerkung: Haben Sie bei der Frage 4 (Atemstillstände Punkte) oder Frage 7 (schlafen Sie gelegentlich ungewollt ein Punkte) positiv beantwortet, sollten Sie umgehend einen Schlafspezialisten oder ein Schlafmedizinisches Zentrum aufsuchen.
Quelle:  Jürgen Zulley, Barbara Knab: Die kleine Schlafschule. Herder, Freiburg, 2002, ISBN 3-451-05259-8